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Coronavirus

Anschober: "Die Leute sind extrem konsequent"

CORONAVIRUS: PK 'AKTUELLES' - LANG / NEHAMMER / ANSCHOBER / REDLBERGER-FRITZ
APA/ROLAND SCHLAGER
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Der erste Öffnungsschritt sei geglückt, sagt der Gesundheitsminister. Aber: Wie schnell sich alles ändern könne, zeige das Beispiel Singapur. Er ruft zum Durchhalten auf und will bei Tests die Formel „24 + 24 + 24“ durchsetzen.

Die guten Nachrichten zuerst: Der erste Öffnungsschritt, der am 14. April erfolgte, ist geglückt. Wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstag bei einer Pressekonferenz erklärte, sind die Infektionszahlen schon länger im zweistelligen Bereich, die Zahl der aktiv Erkrankten geht weiter zurück. Österreich sei durch sein Handeln mittlerweile auch zum internationalen Vorbild geworden. Doch der Coronavirus-Marathon sei noch lange nicht geschafft.

Anschober nennt als Negativ-Beispiel Singapur, wo die Infektionszahlen mittlerweile wieder stark steigen. Für Österreich werde der Mai, in dem viele Lockerungsschritte erfolgen, ganz entscheidend. Erst danach könne man sagen, ob „Phase 2“ in der Coronakrise geglückt sei.

Anschober sagt aber auch: "Die Leute sind extrem konsequent". Er sei viel in der Öffentlichkeit, etwa mit der U-Bahn unterwegs, und sehe das selbst. Doch viele seien mittlerweile schon sehr müde. In einem kleinen Teil der Bevölkerung sei „auch eine gewisse Verunsicherung zu spüren", so der Gesundheitsminister weiter. Das liege nicht nur an zahlreichen Fake-News sondern teilweise auch am politischen Diskurs. Diesen brauche es, aber Sprüche wie "Corona-Wahnsinn" würden kaum zu einer sachlichen Diskussion beitragen, so Anschober.

Strategie: „24 + 24 + 24“ 

Wichtig sei nun, dass die Bevölkerung die Begleitmaßnahmen zur Öffnung - wie die Maskenpflicht und die Abstandsregelung - penibel einhalte. Auch die Regierung verspricht Konsequenz, und zwar bei der laufenden Evaluierung und beim sogenannten Kontaktpersonenmanagement. Da habe man sich das Ziel „24 + 24 + 24“ gesetzt. Was das bedeutet? Maximal 24 Stunden sollen vergehen, bis eine Person mit Covid-19-Verdacht getestet wird, maximal 24 Stunden bis zum Testergebnis - und dann noch einmal maximal ein Tag, bis die relevanten Kontaktpersonen ermittelt wurden.

Bei letzterem setze man weiterhin auf das „manuelle Kontaktpersonenmanagement“, die App sei aber eine gute Ergänzung. Anschober und auch Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) betonen einmal mehr die Freiwilligkeit.

Um ein schnelles Kontaktpersonenmanagement zu gewährleisten, sei auch die Zusammenarbeit mit der Polizei wichtig, wie auch Gerhard Lang, geschäftsführender Direktor des Bundeskriminalamtes erklärte. Er sehe die Polizei als „Partner der Bevölkerung“, die die Anordnungen im Übrigen „sensationell“ einhalte.

Fortschritte bei Antikörpertests

Und wie schaut es eigentlich mit großflächigen Tests aus? Dies hängt vor allem von der Zuverlässigkeit der Antikörpertests ab. Zu diesem Thema konnte Virologin Monika Redlberger-Fritz bei der Pressekonferenz einiges berichten: Große Fortschritte gebe es unter anderem bei den "Neutralisationstests", hier wird der Antikörper an einem lebenden Coronavirus getestet. Die sehr zuverlässigen Tests seien allerdings nur Speziallabors vorbehalten.

Allerdings könne man mit diesen Tests alle anderen Labortests überprüfen, so die Virologin weiter. Sprich: Man könne die Validität der sogenannten ELISA-Tests, die nach Antikörpern suchen, kontrollieren. Diese könnten dann bei entsprechender Sicherheit breit ausgerollt werden.

Redlberger-Fritz sprach außerdem eine Mahnung aus: "Wenn wir genauso leben, wie wir im Februar gelebt haben, dann nimmt die Infektion wieder exponentiell zu". Maskenpflicht, Abstandsregeln und Handhygiene müssten daher weiter penibel eingehalten werden. Einen Impfstoff werde es frühestens in ein bis zwei Jahren geben. 

Aktuelle Zahlen

Die Anzahl der aktiv am Coronavirus erkrankten Österreicher ist von Montag auf Dienstag um mehr als 100 Personen zurückgegangen. Wie aus den vom Innenministerium (Stand 9:30 Uhr) veröffentlichten Zahlen hervorgeht, laborieren derzeit 1582 Menschen an einer Infektion mit Covid-19. Das sind um 123 oder 7,2 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor vermeldet wurden.

Die Anzahl jener, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 wieder gesundet sind, hat sich inzwischen auf 13.462 erhöht. Bisher gab es in Österreich 15.650 durch Labortests bestätigte Infektionen. 606 Menschen davon sind an den Folgen einer Erkrankung am Coronavirus verstorben.