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Russland

"Für Putin sind immer andere schuld"

Präsident Putin bei einer Videokonferenz mit Regierungsmitgliedern(c) via REUTERS (SPUTNIK PHOTO AGENCY)
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Derzeit stehen in Russland Bürokraten wie Sergej Sobjanin an vorderster Front im Kampf gegen Corona. Doch das heißt nicht, dass ihre Gegenspieler ausgedient haben. Ein „Presse"-Gespräch mit der russischen Analystin Tatjana Stanowaja.

Kaum ein Mann ist derzeit in der russischen Öffentlichkeit so präsent wie Sergej Sobjanin. Der weißhaarige Moskauer Bürgermeister managt die Coronakrise in der russischen Hauptstadt, dem Hotspot der Epidemie. Was in der 13 Millionen Einwohner zählenden Metropole ausprobiert wird, findet oft Nachahmung im Rest des Landes: Feldspitäler, elektronische Passierscheine, Maskenregeln.

Dass Kreml-Chef Wladimir Putin den recht farblosen Bürokraten mit der wichtigen Aufgabe betraut hat, kommt für die russische Analystin Tatjana Stanowaja nicht überraschend: Sobjanin gilt als effektiver Manager, der zur Lösung spezifischer Aufgaben eingesetzt wird. Der Bürokrat hat Putins Vertrauen in jahrelanger Zusammenarbeit gewonnen. „Die Technokraten sind nun an vorderster Front“, sagt Stanowaja im Gespräch mit der „Presse“. „Sie müssen die Probleme lösen.“