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Gartenkralle

Die Wildnis kann zierlich sein

Glockenblumen sind Vagabunden.
Glockenblumen sind Vagabunden.(c) Die Presse
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Glockenblumen sind Vagabunden, sie wachsen, wo es ihnen gefällt, und die Wilden unter ihnen sind mindestens so schön wie hochgezüchtete Varianten.

Neulich fragte jemand, ob die wild in seinem Garten aufgegangenen Glockenblumen nicht eigentlich ein „Unkraut“ seien. Offenbar waren die blauen Blumen von der Wiese nebenan über Samen eingewandert, und die Eindringlinge waren erst bemerkt worden, als sie jetzt im Juni aufblühten. Freuet euch, lautet die Antwort, denn was Unkraut ist und was nicht, bestimmt nicht die Wissenschaft, sondern der Gärtner. Überhaupt ist der Begriff Unkraut ein fragwürdiger, und im Fall der Glockenblumen betritt man ein weites und interessantes Feld. Denn die Lehre von der Gattung Campanulaceae hat sich als lückenhaft erwiesen, und, wie Studien zeigten, sind viele als Glockenblumen titulierte Pflanzen nicht verwandt. Sie ähneln einander nur auf erstaunliche Weise.