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Die erstaunliche Offenheit der Russen für Innovationen

Bestell-Apps, Onlinehandel, Karten und andere bargeldlose Bezahlsysteme wie Apple/Android Pay sind in Russland schon seit Längerem weit verbreitet.
Bestell-Apps, Onlinehandel, Karten und andere bargeldlose Bezahlsysteme wie Apple/Android Pay sind in Russland schon seit Längerem weit verbreitet.APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
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Im Vergleich zu Europa ist Russland im Onlinehandel und bei bargeldlosen Zahlungssystemen weit voraus. Das lohnt sich nun in der Krise.

Moskau. Wer in Moskau Appetit auf einen deftigen Borschtsch hat, der muss nicht ins Restaurant gehen. Es reichen ein paar Klicks, und in spätestens 15 Minuten steht die nahrhafte Suppe dampfend vor der Wohnungstür. Wahlweise mit Huhn, Ente oder ganz ohne Fleischeinlage. Der Internetriese Yandex, Russlands Gegenstück zu Google, mischt seit ein paar Monaten mit der App Yandex Lawka das Lebensmittel- und Imbissgeschäft auf. Das Prinzip: In Warenlagern in unattraktiven Kellerlokalen werden die Lebensmittel laut Bestellung zusammengesammelt und von Kurieren in Windeseile an ihren Bestimmungsort gebracht. Yandex Lawka kooperiert außerdem mit mehreren Imbissketten, die die Speisen zuliefern.
In der Coronakrise avancierten diese und ähnliche Verbraucher-Apps für urbane Russen zur bevorzugten Art, den Einkauf zu erledigen. Aber auch viele andere Waren kann man digital in Windeseile erstehen. So gut wie alle Restaurants bieten seit der Pandemie Essensauslieferung an. Auch Sportgeräte, Kleidung, Werkzeug: Alles nur eine Frage von ein paar Stunden, bis es vor der Tür steht.

Die russische Bürokratie steht im Ruf, besonders umständlich und behäbig zu sein. Der russische Konsument hingegen lebt in einem sich in rasantem Tempo wandelnden Verbraucherparadies.

Bestell-Apps, Onlinehandel, Karten und andere bargeldlose Bezahlsysteme wie Apple/Android Pay sind in Russland schon seit Längerem weit verbreitet. Das Land hat im europaweiten Vergleich viele Staaten in Sachen bargeldloser Zahlungsverkehr überholt. Die Boston Consulting Group rühmte unlängst das „russische Wunder“: Das Land ist zum größten europäischen Markt in Sachen digitaler Geldbörse (Bezahlen per Handy) aufgestiegen.