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Religion

Papst: "Name Gottes nicht benutzen, um Menschen zu terrorisieren"

via REUTERS
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Die Vereinten Nationen begehen seit dem Vorjahr am 22. August den internationalen Gedenktag für Opfer religiöser Verfolgung.

Mit einem Tweet hat sich der Papst zum UNO-Gedenktag für Opfer religiöser Verfolgung an diesem Samstag geäußert. "Ich bitte alle aufzuhören, die Religionen zu instrumentalisieren, um Hass, Gewalt, Extremismus, blinden Fanatismus zu entfachen", schrieb Franziskus laut Kathpress. "Gott braucht von niemandem verteidigt zu werden und will nicht, dass sein Name benutzt wird, um Menschen zu terrorisieren", so der Papst. Mit dem Hashtag #BrüderlichkeitallerMenschen erinnerte das Kirchenoberhaupt zudem an das mit Al-Azhar-Großimam Ahmad Al-Tayyeb in Abu Dhabi unterzeichnete Dokument vom Februar 2019. Darin wird Extremismus im Namen Gottes verurteilt.

Die Vereinten Nationen hatten den internationalen Gedenktag für Opfer religiöser Verfolgung im vergangenen Jahr ausgerufen. Die Resolution lädt alle Länder, UNO-Behörden, die Zivilgesellschaft, den Privatsektor und Einzelpersonen dazu ein, den 22. August für entsprechende Aktionen zu nutzen.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres betonte im Vorfeld die Bedeutung der Religions- und Glaubensfreiheit für das Menschenrecht und die Gesellschaft. Er appellierte an die Verantwortung der einzelnen Staaten, die Religionsfreiheit zu schützen. In der Corona-Pandemie habe sich zwar eine gemeinsame Stärke der Gesellschaft gezeigt, aber ebenso hätten Stigmatisierung und Rassismus zugenommen. Diesem müsse mit Gedenken, aber auch mit "Inklusion und Respekt für Vielfalt" entgegengewirkt und die Täter zu Rechenschaft gezogen werden, so Guterres.

Gewalt gegen Christen

"Dass Menschen ausschließlich wegen ihres Glaubens im Iran inhaftiert sind, in Nigeria mit ansehen müssen, wie das eigene Dorf angegriffen und Mitglieder der eigenen Familie umgebracht werden oder in einem Arbeitslager in Nordkorea verschwinden - das sind nur einige Beispiele für die Gewalt, der Christen in Ländern ausgesetzt sind, in denen die Religionsfreiheit nicht garantiert ist", erklärte die Organisation Open Doors anlässlich des Gedenktages in einer Aussendung. Open Doors setzt sich spezifisch für wegen ihrer Glaubensanschauungen verfolgte Christen ein.

"Wir glauben jedoch, dass es nicht ausreicht, einen solchen Gedenktag auszurufen. Damit sich die Situation nachhaltig ändert, müssen sich Regierungen und internationale Institutionen dazu verpflichten, die Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf freie Glaubensausübung, entschiedener zu verteidigen", erklärte Kurt Igler, Regionalleiter von Open Doors in Österreich.

Die Menschenrechtssprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic, betonte laut der Open-Doors-Aussendung: "Das Recht, seinen Glauben frei wählen, seine Meinung ausdrücken und sich friedvoll zusammenfinden zu können, gehört zu den grundlegenden Freiheitsrechten eines Menschen." Die Menschenrechtssprecherin der ÖVP, Gudrun Kugler, gab zu Bedenken: "Glaube und Religion sind für einen Großteil der Menschen auf dieser Erde von höchster Bedeutung. Gleichzeitig wird die Freiheit, den persönlichen Glauben zu leben, von unterschiedlichen Kräften in vielen Gebieten dieser Welt dramatisch eingeschränkt und teilweise mit Gefahr für Leib und Leben belegt."

(APA)