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Covid-19

Coronavirus: Schweiz setzt Wien auf Risikoliste

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Ab kommendem Montag soll für Einreisende aus Wien eine Quarantänepflicht gelten. Der Rest Österreichs ist nicht von der Maßnahme betroffen. Die Slowakei wird Österreich indes vorerst wohl doch nicht auf die Rote Liste setzen.

Wegen der steigenden Infektionszahlen in Wien hat die Schweiz die österreichische Hauptstadt auf die Liste der Corona-Risikogebiete gesetzt. Ab kommendem Montag gilt für Einreisende aus Wien eine Quarantänepflicht, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitag berichtete. Neben der österreichischen Bundeshauptstadt kamen auch die Britischen Jungferninseln, Tschechien sowie gewisse Gebiete in Frankreich neu auf die Liste.

Die aktuelle Schweizer Risikoliste umfasst mehr als 50 Länder und Gebiete. Der Rest Österreichs ist nicht von der Maßnahme betroffen.

Mit Stand Freitagfrüh waren in Österreich innerhalb von 24 Stunden 580 bestätigte Corona-Neuinfektionen gemeldet worden.

Die Schweiz setzt bei den Nachbarländern nur mehr Regionen, nicht aber das ganze Land auf die Risikoliste des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Das geschieht dann, wenn die Corona-Fallzahlen über dem Grenzwert von 60 Neuinfektionen pro 100.000 Personen liegen, wenn verlässliche Informationen fehlen oder wenn aus den Regionen wiederholt infizierte Personen in die Schweiz eingereist sind. In Wien wurden zuletzt mehr als 80 neue Fälle pro 100.000 Einwohnern verzeichnet.

Steigende Infektionszahlen auch in der Schweiz

Einreisende aus Grenzregionen - etwas in Vorarlberg und Tirol - sind aber generell von der Quarantänepflicht ausgenommen, auch wenn die Corona-Fallzahlen ansteigen sollen. Das hat der Schweizer Bundesrat am Freitag beschlossen.

Auch in der Schweiz steigt seit Mitte Juni die Zahl der Corona-Fälle wieder kontinuierlich an. Insgesamt verzeichnete das Nachbarland, das ähnlich viele Einwohner hat, bisher mehr Corona-Infektionen und Tote als Österreich. Nach den Aufzeichnungen der Universität Johns Hopkins in Baltimore wurden rund 46.000 Infektionen und 2000 Tote gemeldet.

Slowakei setzt Österreich vorerst nicht auf Rote Liste

Die Slowakei wird Österreich indes vorerst wohl doch nicht auf die Rote Liste setzen. Das bestätigte der slowakische Gesundheitsminister Marek Krajci nach einer Tagung der Pandemiekommission des Landes am Freitag.

Demnach werde die Kommission dem für Montag angesetzten Krisenstab empfehlen, die Grenzen zur Ukraine komplett zu schließen und lediglich Tschechien auf die Rote Liste zu setzen. Für Rückkehrer aus roten Ländern gilt in der Slowakei Quarantänepflicht.

Österreich und Ungarn sollen hingegen lediglich als Länder mit schlechter Prognose eingestuft werden. Den Slowaken werde empfohlen, nicht in diese Nachbarländer zu reisen. "Die Tschechische Republik erfüllt in vollem Umfang die Kriterien eines roten Landes. Österreich beginnt auch in die rot blinkende Zone zu gelangen," erklärte der Ressortchef.

Auch die im Inland geltenden Corona-Maßnahmen sollen teils drastisch verschärft werden. Ab dem 16. September wird das Abhalten von Großveranstaltungen in Restaurant- und Hoteleinrichtungen verboten, mit Ausnahme von Hochzeiten und Treffen nach Beerdigungen. Die Regeln für Sportveranstaltungen werden ebenfalls überarbeitet.

Zahlen auch in der Slowakei hoch

Ab Anfang Oktober werden auch die Bedingungen für alle Massenveranstaltungen geändert. Im Freien werden in sogenannten grünen Bezirken gemäß der Corona-Ampel nur noch 200 Personen teilnehmen dürfen, in Innenräumen 100. In orangen und roten Bezirken sollen es nur 100 Personen im Freien und 50 in Innenräumen sein. Auch an Hochzeiten dürfen nach diesem Datum nur noch 30 Personen teilnehmen. Als rot wurden bisher aber nur vier der insgesamt 79 Bezirke im Land eingestuft, darunter das Gesamtgebiet der Hauptstadt Bratislava.

Auch in der Slowakei sind die Zahlen neuer Corona-Infektionen zum Ende des Sommers bedenklich gestiegen und haben die Rekordwerte vom Frühjahr übertroffen. Dennoch wurden bisher insgesamt nur rund 5.200 Infektionsfälle gezählt. In dem 5,4 Millionen-Einwohner Land gab es bis dato 37 Todesopfer zu beklagen. Kritiker warnen dennoch, die zweite Welle werde die Slowakei weitaus schlimmer treffen, da es die populistisch-konservative Regierung verabsäumt habe, die ruhigen Sommermonate für notwendige Vorbereitungen zu nutzen.

(APA)