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Moria

Außenminister Schallenberg: "Bin nicht hartherzig"

Außenminister Alexander Schallenberg
Außenminister Alexander Schallenbergimago images/photothek
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Außenminister bietet Entschuldigung an bleibt aber beim „Nein“ zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Lesbos.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) distanziert sich von seiner harten Wortwahl in der Moria-Debatte, weicht inhaltlich aber nicht vom türkisen Nein zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Lesbos ab. "Wenn ich damit jemandem zu nahe getreten bin oder jemanden gar verletzt habe, stehe ich nicht an, mich dafür zu entschuldigen", sagte Schallenberg der "Kleinen Zeitung".

Schallenberg hatte in der Vorwoche in der ZiB 2 erklärt, das "Geschrei nach Verteilung" könne nicht die Lösung sein, was heftige Kritik von Flüchtlingsorganisationen, Kirchen und Teilen der Opposition auslöste.

„Ich habe auch vier Kinder“

Im Interview mit der "Kleinen Zeitung" betonte der Außenminister nunmehr: "Das war nicht meine Absicht, jeder, der mich kennt, weiß das. Ich begegne den Menschen respektvoll und auf Augenhöhe." Das Schicksal der Flüchtlinge auf Lesbos ließe ihn keineswegs kalt: "Ich bin nicht hartherzig. Die Kinder aus Moria rühren mich genauso wie jeden anderen, zumal ich selber vier Kinder habe. Die Zustände dort sind erschreckend", so Schallenberg.

"Österreich hilft selbstverständlich. Die Frage ist nur: Gibt es lediglich eine einzige Art der Hilfe und alle anderen sind unzulässig?", so der Minister. Wer das behaupte, liege nicht richtig. "Wir haben über das Wochenende ein großes Paket geschnürt und noch einmal 25 Millionen in die Hand genommen. Nicht nur für Griechenland, sondern für eine ganze Reihe von Brandherden, darunter den Libanon, Libyen und Jordanien. Ich bin froh, dass wir in Moria zudem Unterkünfte für 2000 Menschen zur Verfügung stellen können", sagte Schallenberg. "Uns mangelnde Solidarität vorzuwerfen, geht ins Leere. Wir sind über die Maßen solidarisch." Österreich habe in den vergangenen fünf Jahren pro Kopf mehr als doppelt so viele Flüchtlinge aufgenommen wie der EU-Schnitt.

Das Nein der ÖVP zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Lesbos bekräftigte Schallenberg: "Wir sind mit der Situation konfrontiert, dass im Lager absichtlich ein Brand gelegt wurde. Das kann nicht zur Folge haben, dass automatisch alle Bewohner auf Europa verteilt werden."

(APA)