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Nobelpreis

Physik-Nobelpreis: Monster der Schwerkraft, auch im Herzen unserer Galaxie

Roger Penrose im Mai 2015, während eines Interviews am Institute of Science and Technology Austria in Klosterneuburg.
Roger Penrose im Mai 2015, während eines Interviews am Institute of Science and Technology Austria in Klosterneuburg.APA/HANS KLAUS TECHT
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Der Nobelpreis in Physik belohnt heuer Forschung über Theorie und Realität Schwarzer Löcher. Eine Hälfte geht an den berühmten Mathematiker und Buchautor Roger Penrose, die andere an Astrophysiker Reinhard Genzel und Astronomin Andrea Ghez.

Endlich bekommt den Physiknobelpreis wieder ein Mann, den auch an Physik interessierte Laien mit Namen kennen! Teils auch von durchaus umstrittenen Büchern: Roger Penrose, dem die Hälfte des heurigen Preises zugesprochen wurde, ein britischer Sir und Querkopf zugleich, hat schon 1994 in „Schatten des Geistes“ über eine Physik des Bewusstseins spekuliert – und dieses in bestimmten Zellstrukturen (Mikrotubuli) verortet. Dafür ist er viel gezaust worden, trotz allen Respekts, den er bei seinen Kollegen genießt.

Auch seine Ansätze, Quantentheorie und Relativitätstheorie, die beiden großen, bisher unversöhnlichen Theorien des 20. Jahrhunderts, in einer Theorie der Quantengravitation zusammenzubringen, und zwar ohne Seltsamkeiten wie Schrödingers Katze, wurden durchaus nicht von allen goutiert. Am wenigsten von Physikern, die von der Quantentheorie kommen. Penrose selbst kommt – wie Stephen Hawking – von der Relativitätstheorie. Genauer gesagt: von der allgemeinen Relativitätstheorie, von der 1915 von Albert Einstein vorgestellten, mathematisch immens komplizierten Theorie also, die die Gravitation als Krümmung der Raumzeit erklärt.