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Kollateralschäden

Präsident der Chirurgen-Gesellschaft: „Weitere Verschärfung der Maßnahmen nicht angebracht“

Ab Mitte März wurden alle nicht dringenden Operationen verschoben, der Regelbetrieb wurde erst im Juni und Juli wieder aufgenommen (Archivbild).
Ab Mitte März wurden alle nicht dringenden Operationen verschoben, der Regelbetrieb wurde erst im Juni und Juli wieder aufgenommen (Archivbild).(c) REUTERS (Carlos Jasso)
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Während des Lockdown seien sogar Blinddarmoperationen zurückgegangen, weil Patienten trotz starker Schmerzen aus Angst vor einer Ansteckung keinen Arzt aufsuchten. Das dürfe sich nicht wiederholen, sagt Friedrich Längle, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie, im "Presse"-Interview.

Die Presse: Mit Beginn des Lockdown Mitte März wurden sämtliche nicht dringenden Operationen auf unbestimmte Zeit verschoben. Was genau bedeutet das?

Friedrich Längle: Dass alle elektiven, also geplanten Operationen vorerst abgesagt wurden, und das quer durch die chirurgischen Fächer. Wir haben uns österreichweit in allen Spitälern darauf geeinigt, lediglich in akuten, nicht verschiebbaren Fällen wie etwa Blinddarm- und Gallenblasenentzündungen, Hirnblutungen, Knochenbrüchen und Krebspatienten zu operieren, um Ressourcen für Covid-19-Patienten freizuhalten.

Wie lange dauerte diese OP-Pause?

Bis Juni, dann wurden die Operationen wieder schrittweise aufgenommen. Ein annähernd 100-prozentiger Regelbetrieb war dann ab September möglich. In manchen Fächern allerdings mit langen Wartezeiten, in der Orthopädie etwa wird es noch Monate dauern, bis alle Operationen nachgeholt sind.

Während des Lockdown kam es bekanntermaßen zu zahlreichen Kollateralschäden, weil Ordinationen und Spitäler aus Angst vor Ansteckungen gemieden wurden. Können Sie ein paar Beispiele dafür nennen?