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Sachbuch

Überall Wahn! – im Kult um Wagner

Ein ganz Großer – wenn auch klein von Wuchs: Richard Wagner beim Komponieren, um 1875.Corbis via Getty Images
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Er inspirierte nicht nur Hitler, sondern auch Kommunisten, Frauenrechtlerinnen, Zionisten und Schwule: „Die Welt nach Wagner“ von Alex Ross zeigt in befreiender Breite, welche Kräfte die Musikdramen des „heiligen Monstrums“ freisetzen.

Am Ende wollte er damit anfangen, Symphonien zu schreiben. Aber dazu kam es nicht mehr. 1883 starb Richard Wagner im venezianischen Palazzo Vendramin an einem Herzinfarkt. Im Zug, der seine Leiche nach Bayreuth führte, musste man drei Waggons für die Kränze anhängen. Gattin Cosima legte sich nach Abreise der Trauergäste selbst neben den Sarg. Gustav Mahler lief weinend durch die Straßen und rief „Der Meister ist tot!“ Der jüdische Pianist Joseph Rubinstein beging Selbstmord. Eine Gedenkfeier von Burschenschaften in den Wiener Sofiensälen, wo Hermann Bahr die Rede hielt, geriet zur antisemitischen Demonstration – worauf der Wagnerianer Theodor Herzl seine Verbindung verließ. Derweil saß der junge George Bernard Shaw in der British Library jeden Tag vor zwei Büchern: der Tristan-Partitur und dem „Kapital“ von Marx.