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Antigentests

Aufbau läuft: Massentests in Wien ab 4. Dezember

Den Massentests droht das Schicksal von Gesundheitsmessen.
Den Massentests droht das Schicksal von Gesundheitsmessen.(c) REUTERS (PETER NICHOLLS)
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In Wien geht man davon aus, dass sich bis zu 60 Prozent der Bevölkerung testen lassen werden.

Wien. In Wien sind die Aufbauarbeiten für die Corona-Massentests bereits voll angelaufen. In der Stadthalle, der Marx Halle sowie in der Messe Wien werden rund 300 Testlinien errichtet. Der Start erfolgt am 4. Dezember – also zwei Tage später als ursprünglich geplant. Die Anmeldung dafür ist ab 2. Dezember möglich, das gab der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Sonntag in der Messe Wien bekannt.

Die großflächigen Testungen werden in Wien bis 13. Dezember durchgeführt, wobei das Bundesheer dafür federführend verantwortlich ist. Die nötige Infrastruktur wird von der Berufsfeuerwehr Wien aufgebaut. Die Kapazität soll pro Tag für rund 150.000 Tests reichen. In der Halle A, die derzeit zum Testcenter umfunktioniert wird, ist der Betrieb für täglich von acht bis 18 Uhr geplant. Am Sonntagnachmittag wurden auch bereits die FFP2-Masken für das Personal und die zu testenden Personen geliefert.

In Wien geht man derzeit davon aus, dass maximal 60 Prozent der Bevölkerung das Angebot in Anspruch nehmen werden. Das würde bedeuten, dass 1,2 Mio. Menschen getestet werden. Entsprechend seien die Kapazitäten ausgerichtet worden, betonte Hacker. Dass nun zwei Tage weniger als angedacht zur Verfügung stehen, soll hier nicht zu Einschränkungen führen.

Das digitale Voranmeldesystem des Gesundheitsministeriums soll bis zum 2. Dezember zur Verfügung stehen. Auf der Plattform müssen sich die Interessenten eintragen. Eine derartige Aktion ohne Anmeldung durchzuführen, sei „undenkbar“, so Hacker: Da würde Chaos herrschen. Auch eine telefonische Anmeldung könnte es geben.

In der Messe werden 176 Testlinien zur Verfügung stehen, in der Marx Halle 70 und in der Stadthalle 40. Die Antigentests werden vom Bundesheer abgenommen. Kommt es dabei zu einem positiven Test, wird unmittelbar darauf noch in der Halle von den Wiener Gesundheitsbehörden ein PCR-Test durchgeführt – die Probenabnahme erfolgt hier per Gurgelmethode. Einen Quarantänebescheid hat man zu diesem Zeitpunkt dann aber bereits. Was bedeutet: Man muss nach dem zweiten Test sofort nach Hause fahren und dort auf das Ergebnis des PCR-Tests warten. Ist dieses ebenfalls positiv, wird der Bescheid bestätigt. Hacker geht durchaus davon aus, dass es bei den Schnelltests eine größere Menge falsch positiver Tests geben werde. Darum werde die Möglichkeit geschaffen, die Resultate zu überprüfen.

 

Auch Freiwillige arbeiten mit

Hacker lobte am Sonntag den „konstruktiven Austausch“ etwa mit Bundesheer, Gesundheitsministerium sowie den Rettungsorganisationen und der Feuerwehr. Es hätten sich auch zahlreiche Freiwillige gemeldet, die mitarbeiten wollten, so Hacker. Zu den Unstimmigkeiten im Vorfeld bezüglich des frühen Zeitpunkt des Wiener Tests meinte er „Schwamm drüber“.

Der Stabschef von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), Generalmajor Rudolf Striedinger, kündigte an, dass das Militär zur Abwicklung des Testgeschehens mehrere Tausend Soldaten aus ganz Österreich nach Wien schicken wird. Man sei in Wien intensiver im Einsatz als in anderen Bundesländern, da dort viel in den einzelnen Gemeinden organisiert werde.

Allerdings, für eine Personengruppe sind die Großtesteinrichtungen keinesfalls gedacht, wie Hacker am Sonntag betonte: Menschen mit Symptomen müssen weiterhin 1450 anrufen und dürfen nicht an den Massentests teilnehmen. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.11.2020)