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Randerscheinung

WLAN und die fünf klassischen Journalisten-Ws

Carolina Frank
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Wer nämlich gerade aller im Internet ist, wird bei uns deutlich, wenn unser alter Toaster wieder einmal dafür sorgt, dass die Hauptsicherung fällt.

Während des zweiten Lockdowns bin ich endlich draufgekommen, dass man sich das Wort WLAN als Frage vorstellen muss. Also so: WLAN? Und zwar jeweils ergänzt um die fünf klassischen Journalisten-Ws. Es beginnt mit dem "Wer-LAN?". Wer nämlich gerade aller im Internet ist, wird bei uns deutlich, wenn unser alter Toaster wieder einmal dafür sorgt, dass die Hauptsicherung fällt. Nach Sekunden gehen alle Türen auf und es wird gerufen "Das WLAN geht nicht!" Nicht etwa: "Das Licht ist aus!"

Die Was-LAN-Frage ist besonders kniffelig zu beantworten. Was da alles im Netz hängt, ist völlig unüberschaubar: Handys, Tablets, Laptops, Spielkonsolen, Drucker,... Auch "Wo-LAN?" bleibt ein ewiges Rätsel. Warum ich im Zimmer X an einem Tag tadellos eine ganze Zoom-Konferenz absolvieren und daneben noch Mails beantworten kann, am nächsten Tag an selber Stelle aber nur ein flackerndes Empfangsstricherl bekomme, werde ich nie verstehen. Und das, obwohl zwischen den Stockwerken seit Kurzem ein Repeater seine unzuverlässige Arbeit tut.

Einer, der es wissen muss, hat neulich zu mir gesagt: Ein WLAN ist, wie wenn jemand ruft, wer es dann hört, ist eine andere Sache. "Wann-LAN?" lässt sich ganz einfach beantworten: Um fünf in der Früh! Da hat man das oft recht schmale Breitband ganz für sich allein. "Warum-LAN?" ist eine dumme Frage, weil ohne LAN geht einfach gar nichts mehr. Fließendes Internet ist beim gemeinsamen Wohnen längst wichtiger als Wasser (siehe auch oben unter Wer-LAN). Ab sofort steht das große W aber nur mehr für Weihnachten. Ihnen wünsche ich trotz aller Umstände ein frohes, freudvolles und friedliches Fest und Feiertage. Und ich komme hoffentlich hie und da einmal kurz hinein in unser Weihnachts-LAN.

(("Die Presse - Schaufenster", Print-Ausgabe, 18. 12. 2020))