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Brexit

Fischerei: London hat sich in den eigenen Netzen verfangen

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Die Briten mögen ihren eigenen Fisch eigentlich nicht. Sie exportieren 70 Prozent in die EU.APA/AFP/GLYN KIRK
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Dass ein Abkommen mit der EU von einer ökonomischen Bagatelle abhängt, ist nur mit dem symbolischen Wert der Fischerei erklärbar. Bei einem Hard Brexit würden die Briten auf Tonnen von Fängen sitzen bleiben.

Mit dem Versprechen „Get Brexit Done“ zertrümmerte der konservative britische Premierminister Boris Johnson vor einem Jahr bei der Unterhauswahl die „rote Mauer“ traditioneller Labour-Hochburgen. Dazu gehörte auch die Hafenstadt Grimsby, die nach 75 Jahren erstmals an die Tories fiel. Hier ist der Fischfang nicht nur ein Wirtschaftsmotor, sondern auch ein Grund für wachsende Sorge. Noch in der Wahlnacht versprach die siegreiche Kandidatin Lia Nici: „Lasst es uns anpacken.“ Auf dem Weg zu einer Vereinbarung mit der EU nach dem Brexit war der Fischfang stets eines der größten Hindernisse.

Der Grund dafür liegt nicht in seiner wirtschaftlichen Bedeutung. Die britische Fischerei beschäftigt heute rund 12.000 Menschen mit weniger als 6000 Schiffen. Sie erwirtschaftete im Vorjahr 446 Millionen Pfund, während etwa die Autoindustrie auf 49 Milliarden Pfund kam. Dennoch ist Johnson bereit, zugunsten der Fischerei einen harten Brexit zu riskieren, der für die Autoindustrie existenzbedrohend wäre.

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