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Wildkatze

Nach rund 100 Jahren wieder Luchse im Rax/Schneeberg-Gebiet gesichtet

Um es mit den Worten von Ski-Ass Manuel Feller zu sagen: "Da ist er wieder", erstmals wieder Luchs-Sichtungen am Hochschwab.
Um es mit den Worten von Ski-Ass Manuel Feller zu sagen: "Da ist er wieder", erstmals wieder Luchs-Sichtungen am Hochschwab.FORST- UND LANDWIRTSCHAFTSBETRIE
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Eine Wildtierkamera machte Bilder eines Weibchens und eines Männchens in den Quellenschutzwäldern der Stadt Wien. So weit im Osten wurden schon lange keine Luchse mehr gesichtet.

Nach rund 100 Jahren sind in Niederösterreich im Bereich des Hochschwab/Rax/Schneeberg-Gebietes erstmals wieder Luchse gesichtet worden. Ein Weibchen und ein Männchen wurden rund um den Jahreswechsel mit automatischen Wildtierkameras dokumentiert, teilten die Stadt Wien und der WWF am Freitag in einer Aussendung mit. Luchse gehören "zum natürlichen Artenspektrum in unseren Wäldern", betonte Forstdirektor Andreas Januskovecz.

"Gemeinsam mit anderen in unseren Wäldern wieder heimischen Raubtieren, wie dem Wolf, tragen sie zur Erhaltung eines ökologischen Wildstandes auf natürliche Weise bei", freute sich Januskovecz über den Nachweis der Raubkatze in den Quellenschutzwäldern der Stadt Wien, die in der Region bereits als ausgestorben galt. Seit dem Vorjahr war man anhand von eindeutigen Beutetierresten davon ausgegangen, dass in den Wiener Quellenschutzwäldern ein Luchs anwesend ist.

"Der Luchs fühlt sich in Wiens Wäldern zu Recht wohl", erläuterte WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler. In Österreich leide die seltene Art jedoch besonders unter zerschnittenen Lebensräumen. Straßen und Infrastruktur verhindern, dass einzelne Luchse zur Fortpflanzung zueinander finden. "Auch Fälle von Wilderei dezimieren die isolierten Populationen. Dieser Teufelskreis muss unbedingt durchbrochen werden", forderte Pichler.

Wiederansiedlungen vor 50 Jahren

Alle natürlichen Vorkommen gehen laut der Aussendung hauptsächlich auf Wiederansiedlungen in den 1970er- und 1980er-Jahren zurück. Letzte Freilassungen gab es von 2011 bis 2017 im Nationalpark Kalkalpen. Vor der Wiederansiedlung wurde in Österreich 1918 der letzte heimische Luchs im Bregenzerwald erlegt. In Westeuropa war damit der Eurasische Luchs bis zur erfolgreichen Wiederansiedlung weitgehend ausgerottet.

Luchse sind Einzelgänger und jagen vor allem nachts. Sie sind reine Fleischfresser und benötigen davon rund zwei Kilogramm pro Tag. Rehe und Gämsen sind die hauptsächliche Beute der Luchse. Daneben zählen, Hasen, Mäuse, Eichhörnchen, junge Wildschweine und viele weitere kleinere Säugetiere aber auch Vögel und Fische zum Jagdspektrum der Luchse. Für Menschen stellen Luchse keine Gefahr dar, im Gegenteil halten sie sich aus menschlicher Nähe lieber fern.

(APA)