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Positive Signale

Zurück in das Büro?

Die reine Präsenzkultur hat wohl ausgedient, flexiblere Konzepte werden sich durchsetzen. Aber auch dafür braucht es Büros.(c) Getty Images
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Auch wenn uns das Home-Office zumindest teilweise erhalten bleiben wird – ohne Büros werden Unternehmen auch künftig nicht  auskommen.

Bei Google ist es so gut wie fix: Auch nach der Pandemie werde rund ein Fünftel der Mitarbeiter im Home-Office bleiben, hat der Techkonzern kürzlich prognostiziert. Bei rund 60 Prozent, die viel in Teams arbeiten, rechne man damit, dass sie künftig einige Tage pro Woche im Büro sind.

Auch in vielen anderen Unternehmen wird das künftig wohl so sein. Home-Office funktioniert, und in einem gewissen Ausmaß wird es bleiben. Aber wird dadurch der Bedarf nach Büros womöglich drastisch sinken?

„Gute Lagen bleiben attraktiv“

Heimische Marktteilnehmer sehen das auch nach einem Jahr Pandemie recht entspannt. „Die Covid-19-Pandemie hat einiges in Bewegung gebracht, und auch im Bürosektor müssen Konzepte klarerweise neu gedacht bzw. überdacht werden“, sagt Bruno Ettenauer, Chef der S Immo AG. „Dennoch bin ich überzeugt, dass Büroimmobilien – insbesondere in guten Lagen – sehr attraktiv für Investoren bleiben werden.“ Auch ein Großteil der Arbeitnehmer sehne sich nach langer Zeit im Home-Office, zwischen Kinderbetreuung und virtuellen Meetings, nach dem sozialen Austausch am Arbeitsplatz. Eine flexible Gestaltung der Flächen werde allerdings zukünftig noch wesentlicher sein als bisher, sagt Ettenauer. Und: „Büroimmobilien werden im Management intensiver werden, z. B. aufgrund kürzerer Vertragslaufzeiten.“

Ähnlich schätzt CA-Immo-Chef Andreas Quint die Situation ein. Sein Unternehmen sei „souverän und mit einer guten operativen Ertragslage“ durch das schwierige Jahr 2020 gekommen, „wir konnten weiter wachsen und blicken überaus optimistisch in das Jahr 2021“. Zwar sei die Frage, inwiefern sich Arbeitsweise und Büronutzung nach der Pandemie verändern werden, noch nicht eindeutig zu beantworten. Die Signale von den Mietern und vom Markt seien jedoch grundsätzlich „sehr positiv“, was die Verlängerung bestehender und den Abschluss neuer Mietverträge betrifft. Vor Kurzem habe man sogar „einen der größten Mietverträge in der Unternehmensgeschichte“ unter Dach und Fach gebracht: „Wir bauen ein Bürogebäude für die Deutsche Kreditbank AG am Berliner Hauptbahnhof, der Mietvertrag umfasst 35.000 Quadratmeter Fläche auf 15 Jahre Laufzeit.“

Die Pandemie habe bestehende Trends beschleunigt, sagt Quint, er meint auch, „dass sich der Trend zu Desk-Sharing-Konzepten – und weg von einer reinen Präsenzkultur – weiter fortsetzen wird“. Die Verankerung des Büros „als zentraler Ort, an dem sich Identität und Kultur eines Unternehmens ausprägen“, bleibe aber wichtig. Vor allem hochwertige Büros in Toplagen werden demnach attraktiv bleiben, bei weniger gut ausgestatteten in dezentralen Lagen könnte sich der Trend zur Umwandlung z. B. zu Wohnflächen fortsetzen, meint Quint.

Trend weg vom Großraumbüro

Auch Franz Jurkowitsch, CEO beim Immobilienentwickler Warimpex, stellt auf dem Büromarkt keine massiven Einbrüche fest. „Die Covid-19-Pandemie wirkt sich vornehmlich auf die Assetklassen Hotel- und Gewerbeimmobilien aus. Wohnen und Office entwickeln sich weitgehend stabil – das gilt für Zentral- und Osteuropa gleichermaßen“, sagt er. Der Büromarkt reagiere aufgrund langfristiger Mietverträge meist weniger stark auf Krisenereignisse. „Zwar hat sich das Level an Neuvermietungen in unseren Märkten durch die Covid-19-Pandemie verlangsamt, wir rechnen künftig aber wieder mit einer positiven Entwicklung.“ Hochwertige Büroflächen bleiben gefragt, davon ist auch Jurkowitsch überzeugt. Der Trend gehe freilich „weg vom Großraumbüro“. Angebote müssten zudem künftig noch stärker auf die Markt- und Mieterbedürfnisse eingehen. Zudem setze man auf Standorte abseits der Hauptstädte, dort sei der Bedarf nach hochqualitativem, modernem Büroraum noch stärker. „Zahlreiche Firmen suchen abseits der ,Hauptstadtpreise‘ nach günstigeren Büros in Städten mit guter Infrastruktur. In Polen beispielsweise in Krakau, Łódz oder Białystok.“

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