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Störung im Telefonsystem

Notruf-Ausfall in Frankreich mit tödlichen Folgen

Rettungswagen der französischen Feuerwehr (Symbild). In Frankreich waren die Notrufnummern bzw. -Systeme am Mittwoch stundenlang ausgefallen.REUTERS
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Mindestens vier Menschen starben in Frankreich aufgrund eines stundenlangen Ausfalls der Notrufnummern für Rettung, Polizei und Feuerwehr.

Nach einem mehrstündigen Ausfall der Notrufnummern in Frankreich gehen die Behörden inzwischen von mindestens vier Todesfällen deswegen aus. Ein zweieinhalb Jahre altes Kind starb im Westen Frankreichs, weil die Eltern keine medizinische Hilfe rufen konnten, wie die Präfektur des Verwaltungsbezirks Vendée mitteilte. Die Regierung erklärte am Freitag, die technische Panne bei dem größten Telekomanbieter des Landes, Orange, sei vorerst behoben.

"Wir beklagen die Opfer, die vermutlich auf diesen schwerwiegenden Vorfall zurückgehen", erklärte Regierungschef Jean Castex nach einer Krisensitzung in Paris. Zu allen vier Todesfällen wurden Ermittlungen eingeleitet. Das Telefonnetz sei inzwischen wieder unter Kontrolle.

Das 28 Monate alte Kleinkind starb an Herz-Lungen-Versagen im Haus der Familie in der Gemeinde Chavagnes-en-Paillers südlich der Stadt Nantes. Die Mutter hatte eine Stunde lang vergeblich versucht, die Rettung. Dazu kam für drei andere Herzpatienten medizinische Rettung wegen der Notruf-Panne zu spät. Betroffen waren nach Regierungsangaben ein 63-Jähriger in der Bretagne sowie zwei Menschen auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean.

Durch den Ausfall waren die Nummern der Rettungsdienste, etwa "112", laut der Regierung am Mittwoch für rund sieben Stunden nicht oder nur schwer zu erreichen. Nach neuen Angaben fing die Panne gegen 16.45 Uhr an und dauerte bis etwa Mitternacht. Auch bei Polizei und Feuerwehr kamen viele Anrufer nicht durch.

Wegen des Ausfalls war der Chef des Telekom-Anbieters Orange, Stéphane Richard, ins Innenministerium zitiert worden. Orange - das frühere Staatsunternehmen France Télécom - bat die Kunden um Entschuldigung. Richard sagte, vermutlich sei ein Software-Fehler für die Panne verantwortlich. Für einen Hackerangriff gebe es keine Hinweise.