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Morgenglosse

Fußball-EM: Österreich ist gut genug, um alle zu überraschen

EURO 2020: OeFB-TEAMTRAINING IM WIENER ERNST HAPPEL-STADION
Franco Foda und seine Mannschaft peilen den Aufstieg ins Achtelfinale an.APA/HERBERT NEUBAUER
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Bei der heute beginnenden Fußball-Europameisterschaft glaubt niemand so wirklich an einen Erfolgslauf des ÖFB-Teams. Vielleicht liegt genau darin die große Chance.

Mit 364 Tagen Verspätung beginnt heute Abend im Stadion Olimpico von Rom mit dem Spiel zwischen Italien und der Türkei offiziell die Fußball-Europameisterschaft 2020 (kein Tippfehler). Österreich ist erfreulicherweise eine von 24 teilnehmenden Nationen, für die Auswahl von Teamchef Franco Foda beginnt das Turnier Sonntagabend mit der Partie gegen Nordmazedonien.

Obwohl die Teilnahme an einer EM-Endrunde - es ist erst die dritte für den ÖFB nach 2008 und 2016 - immer noch etwas Besonderes darstellt, haben Euphorie und Zuversicht im Vorfeld arg gelitten. Negative Ergebnisse und eine zumeist unattraktive, weil zu mutlose Spielweise haben Foda und seinem Team viel Kritik eingebracht. Österreich, mit einer historisch betrachtet wahrlich überdurchschnittlich talentierten Mannschaft ausgestattet, wird vor dem Anpfiff wenig zugetraut. 

Vor fünf Jahren, bei der EM 2016, war das Stimmungsbild ein gänzlich anderes. Nach einer starken Qualifikation kannte die Erwartungshaltung keine Grenzen, in der rot-weiß-roten Fußball-Öffentlichkeit genauso wenig wie innerhalb des Teams. Verteidiger Aleksandar Dragović, damals wie heute Teil der Mannschaft, sagte vor wenigen Tagen auf die Endrunde 2016 zurückblickend: „Wir haben vor dem Turnier geglaubt, wir sind die Könige.“ Ein Irrglaube. Die Equipe des damaligen Teamchefs Marcel Koller trat mit einem Punkt aus drei Spielen schwer frustriert die Heimreise an.

Jetzt, fünf Jahre später, hat Österreich gewiss nicht weniger spielerische Qualität in seinen Reihen. Dennoch ist ein Vorrunden-Aus gefühlt näher als ein Erfolgslauf, also ein Vorstoß ins Achtel- oder gar Viertelfinale. Vielleicht ist es aber genau diese gesunkene Erwartungshaltung, die das ÖFB-Team in den kommenden Wochen zu einem unerwarteten Höhenflug ansetzen lässt. Überraschungsmannschaften gibt es bei Turnieren immer - warum kann das nicht auch einmal Österreich sein?