Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Gewinnerin

Magdalena Hauser: Innovative Lösungen für den Computer der Zukunft

Magdalena Hauser ist in dem früher von Männern dominierten Bereich Informationstechnologie erfolgreich.(c) Bernhard Wieland
  • Drucken

Innovation. ParityOS von Magdalena Hauser löst Optimierungsprobleme am Quantencomputer.

Der nächste Schritt in der Entwicklung des Rechners ist der Quantencomputer. Entwickelt wird die neue Rechner-Generation auch mit Hilfe aus Österreich: ParityQC ist ein Quantenarchitektur-Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die weltweite Standardarchitektur für das Lösen von Optimierungsproblemen am Quantencomputer zu werden. Das Unternehmen aus Tirol bietet für alle derzeitigen Hardware-Hersteller fundamentale Vorteile, die im auf mehrere Patente basierenden Betriebssystem ParityOS automatisiert zugänglich gemacht werden.

 

Das Ziel: Unternehmerin werden

Die Frau hinter dem neuen Betriebssystem ist Magdalena Hauser: „Tatsächlich war mir schon von klein auf klar, dass ich irgendwann mein eigenes Unternehmen leiten will“, sagt Hauser, die ParityQC zusammen mit ihrem Kollegen Wolfgang Lechner Anfang 2020 als Spin-off der Universität Innsbruck gründete. „Das liegt vielleicht bei uns in der Familie, bei uns sind fast alle Unternehmerinnen und Unternehmer – angefangen bei meiner Großmutter, die mit meinem Großvater eine eigene Weinhandlung eröffnete. Vor sechs Jahren gründete ich dann mein erstes Unternehmen mit I.E.C.T. und machte meine ersten Schritte ins Unternehmertum.“ I.E.C.T. ist ein Netzwerk aus Unternehmern, Experten und Investoren und ein wichtiger Teil des österreichischen Start-up-Ökosystems. Hausers Onkel Hermann ist auch bei I.E.C.T. an Bord – der bekannte Serial Entrepreneur ging von Tirol nach Großbritannien, wo er Teil des Entwicklerteams hinter dem ersten Personal Computer des Landes war, und leitete dann im Silicon Valley erfolgreiche Technologieunternehmen.

Ein Start-up zu gründen ist auch heute oft noch Männerdomäne, bedauert Hauser: „Als ein großes Manko sehe ich die Tatsache, dass es noch nicht Normalität geworden ist, dass Gründerteams divers aufgestellt sind – und zwar in jeder Hinsicht. Für ein erfolgreiches Unternehmen braucht es einfach unterschiedliche Denkweisen, die auf ein gemeinsames Ziel hinsteuern.“ ParityQC hat es als junges Spin-off dennoch rasch geschafft, namhafte internationale Hardware-Hersteller als Kunden zu gewinnen. Eine wichtige Rolle spielte dabei das Netzwerk des Gründerteams. Der Aufbau eines umfangreichen Netzwerks ist für jede Unternehmerin das A und O, betont Hauser. „Es lohnt sich, auf bereits etablierte zurückzugreifen und sich so die ersten Schritte zu erleichtern: Es müssen ja nicht alle Fehler noch einmal gemacht werden, und der Austausch mit Gründerinnen in der gleichen Phase und erfahrenen Serial Entrepreneurs erleichtert die erste Phase enorm.“ Netzwerke wie Female Founders oder I.E.C.T. können angehenden Unternehmerinnen Unterstützung bieten – wie auch Frau in der Wirtschaft (FiW).

parityqc.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2021)