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Sprache

Keine "Schwarzfahrer" mehr bei Wiener Linien

Zwei Prozent der Fahrgäste fahren "ohne gültiges Ticket"
Zwei Prozent der Fahrgäste fahren "ohne gültiges Ticket"Wiener Linien
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Die Wiener Linien sowie die ÖBB verwenden den Begriff „Schwarzfahren“ nicht mehr.

Bei den Wiener Linien gibt es kein Schwarzfahren mehr. Mit keinem oder ungültigen Ticket gefahren wird zwar weiterhin - von rund drei Millionen Passagieren sind es etwa zwei Prozent - allerdings wurde die Bezeichnung „Schwarzfahren" aus dem betrieblichen Wortschatz gestrichen. Das berichtet die Gratiszeitung "Heute".

"Sprache ist etwas Lebendiges und deshalb ändert sich auch der Sprachgebrauch immer wieder einmal", bestätigt man bei den Wiener Linien den Bericht. Man spreche nun von "Fahrgästen ohne gültiges Ticket", heißt es. Im Laufe des Jahres 2020 wurden Plakate ausgetauscht, auf der Wiener-Linien-Homepage der Wiener Öffis fand man den Begriff "Schwarzfahren" das letzte Mal im Februar 2021.

Auch bei den ÖBB bevorzugt man die Formulierung "Reisen ohne gültiges Ticket". Der OÖ-Verkehrsverbund will nun intern prüfen, wie man mit dem Begriff künftig umgehen will, heißt es.

In Deutschland wird schon länger diskutiert, ob der Begriff Schwarzfahren rassistisch sei und deshalb abgeschafft werden sollte. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass in München alle Plakate der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) getauscht würden, auf denen das Wort „Schwarzfahren" zu sehen ist, als „Maßnahme für eine zeitgemäßere Kommunikation“. Die Berliner Verkehrsbetriebe verbannten das Wort, nachdem der rot-grüne Berliner Senat im September 2020 ein sogenanntes „Diversity-Programm“ beschlossen hatte.

Herkunft des Begriffs unklar

Woher genau der Begriff „Schwarzfahren“ kommt, dazu gibt es verschiedene Theorien. Der Sprachwissenschaftler Eric Fuß sagte in deutschen Medien, dass der Ausdruck von dem jiddischen Wort „shvarts“ (Armut) komme und demnach Menschen bezeichnete, die zu arm waren, um sich ein Ticket zu kaufen. Zudem könnte der Begriff eine Ableitung des Begriffs „schwärzen“ sein, mit dem oft der Schmuggel, und später auch alle mögliche Arten von illegalen Aktivitäten bezeichnet wurden. 

Im April 2021 äußerte sich die „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ zu der Thematik. So sei der Begriff unabhängig von seinem Ursprung heutzutage rassistisch konnotiert und deswegen abzulehnen.

>> Zur Stellungnahme der Initiative

>> Bericht der „Heute“

(red.)