Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Griechenland

Die Feuerstürme bedrohen nun auch Athen

Kampf mit den Flammen: Ein Feuerwehrmann im Einsatz nahe Athen.
Kampf mit den Flammen: Ein Feuerwehrmann im Einsatz nahe Athen.Imago
  • Drucken

Die Flammen nähern sich der Hauptstadt: Nördlich von Athen werden Orte evakuiert, Industriebetriebe brennen.

Athen. Griechenland erlebt derzeit apokalyptische Szenen: Regelrechte Feuerstürme entwickelten sich Freitagvormittag im Norden Athens. Dicke Rauchschwaden bedeckten den Himmel der Hauptstadt. Entlang der zentralen Autobahn des Landes, von Athen ins nördliche Thessaloniki, gerieten etliche Lagerhallen und Industriebetriebe in Brand, es kam zu zahlreichen Explosionen. Hunderte von Feuerwehrleuten und Löschflugzeuge versuchten, den nahe gelegenen Ort Marathon vor den Flammen zu schützen.

Seit Tagen wüten die Waldbrände, die die Regierung nicht mehr unter Kontrolle hat: Temperaturen von über 40 Grad Celsius und Orkanböen fachen das Feuer weiter an. Besonders betroffen ist die Gegend rund um die Hauptstadt: Die Regierung forderte die Bewohner der Orte Malakasa und Sfendali per Warn-SMS auf, die Gegend zu verlassen. Auch für den weiter nördlich gelegenen Ort Oropos wurde die Evakuierung angekündigt. Die betroffene Region liegt rund 25 Kilometer von Athen entfernt. Tausende von Einwohnern verließen ihre Häuser.



Die Chefin der Pneumologischen Klinik des Athener Krankenhauses Sotiria, Nina Gaga, warnte indes die Bevölkerung: „Gehen Sie nicht aus dem Haus“, sagte sie. Normale Schutzmasken gegen Corona helfen demzufolge nicht. Wer das Haus verlasse, müsse sich mit einer Maske vom Typ P95 und höher schützen, so die Ärztin. Die Kleinpartikel in der Luft erreichten im Zentrum der griechischen Hauptstadt Werte, die als sehr gefährlich für Menschen gelten. Mehrere Menschen mussten ins Krankenhaus. Viele litten an Atemwegsbeschwerden.

Schwerste Hitzewelle seit 1987

Im Blickpunkt blieb auch die unweit der Hauptstadt gelegene Insel Euböa. Von deren Strand wurden seit Donnerstagabend nach Angaben der Küstenwache weit mehr als 600 Menschen in Sicherheit gebracht. Dabei wurden auch Touristenschiffe eingesetzt. Seit Dienstag hatten sich die Flammen durch ein großes Gebiet von Pinienwäldern gefressen und das Meer erreicht. Die örtlichen Behörden sprechen von der größten Katastrophe auf der – auch Evia genannten – Insel seit 50 Jahren. Hunderte von Häusern seien beschädigt, große Acker- und Waldflächen zerstört.

Dagegen konnte die Feuerwehr in Griechenland unter dem Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern zu Wochenbeginn einen Großbrand auf der Urlaubsinsel Rhodos unter Kontrolle bringen. Auch dort wurden Hotels und Dörfer evakuiert.

Griechenland ächzt unter der schwersten Hitzewelle seit 1987. Die Waldbrände brachen in mehreren Landesteilen unabhängig voneinander aus. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis warnt vor weiteren Extremwetterlagen infolge des Klimawandels. Bis mindestens Montag ist es den Menschen untersagt, Wälder zu besuchen. Zudem sind Arbeiten verboten, die Funken oder Flammen erzeugen könnten.

Kritische Lage in der Türkei

In der Türkei bleibt die Lage ebenfalls kritisch. Den Einsatzkräften gelang es auch am zehnten Tag seit Beginn der Waldbrände nicht, die Feuer in den süd- und westtürkischen Küstenregionen Antalya, Marmaris, Bodrum und Milas zu löschen. In Milas verschlangen die Flammen in der Nacht zum Freitag mehrere Viertel, die zuvor evakuiert worden waren. Mindestens acht Menschen kamen bisher schon ums Leben. (Reuters, red.)