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Analyse

Die „Gauner“, die Russland hätten retten können

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Der schöne Schein trügt. Russland und gerade seine junge Mittelschicht hatten schon bessere Zeiten.(c) APA/AFP (NATALIA KOLESNIKOVA)
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Nur kurz hatte Russlands Mittelschicht Zeit sich zu entwickeln. Und schon ist sie wieder am Verschwinden. Warum Putin das durchaus recht ist - und warum der Westen dadurch noch viel Geld verlieren könnte.

Ob seine im Juni erfolgte Absetzung als Rektor der berühmtesten russischen Universität „Higher School of Economics“, die er Anfang der 1990er Jahre gegründet hatte, auch an seinen öffentlichen Auftritten lag, lässt sich schwer sagen. Im Mai, also einen Monat zuvor, jedenfalls hatte Jaroslav Kuzminov ein weiteres Mal für Aufhorchen gesorgt. Die Situation sei „explosiv“, sagte er im TV-Sender RBK. Ein bedeutender Teil der Bevölkerung nämlich sei in der Coronapandemie aus der Mittelschicht nicht etwa nur eine Stufe tiefer gefallen. Er sei vielmehr direkt in die Armut abgesackt, weil die Existenzgrundlage flöten gegangen sei. Der Staat nämlich habe in der Krisenzeit zwar die Produktion unterstützt, nicht aber die Vertreter der Mittelschicht.

Der Befund ging wie ein Lauffeuer durch den Riesenstaat. Schließlich kennt man den 64-jährigen Ökonomen Kuzminov im ganzen Land. Einmal abgesehen davon, dass er mit Elvira Nabiullina, seit 2013 Chefin der russischen Zentralbank und damit die mächtigste Frau im Land, verheiratet ist.

Mit 2014 kam die Wende

Eigentlich hat Kuzminov nur auf den Punkt gebracht, was seit dem denkwürdigen Jahr 2014 schleichend stattfindet: Die wirtschaftlich wichtige und innovative Mittelschicht verliert an Wohlstand und Größe, was auch der Westen zu spüren bekommt und bekommen wird.