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Leere Bürotürme: Teile Dubais werden zur Geisterstadt

Sheikh Zayed Highway in Dubai
(c) Reuters (Str)
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Zahlreiche Bürogebäude in Dubai sind so schlecht durchdacht und örtlich so abgelegen, dass sie niemals von Firmen besetzt werden. Unübersichtliche Besitzverhältnisse vieler Bürogebäude verschärfen die Lage.

Die Immobilienkrise hat Dubai längst erreicht. Dennoch wird gebaut als gäbe es kein Morgen. Das fordert Opfer. Zahlreiche Bürogebäude in Dubai sind so schlecht durchdacht und örtlich so abgelegen angelegt, dass sie niemals von Firmen besetzt werden, urteilt die CB Richard Ellis Group, das weltweit führende Unternehmen für Gewerbeimmobilien. Das berichtet die Finanz-Nachrichtenagentur "Bloomberg".

"Einige Gebäude werden immer leer bleiben und niemals vermietet werden, weil sie schlecht situiert oder von schlechter Qualität sind", sagt CB Richard Ellis-Manager Nicholas Maclean.

Schon jetzt Leerstandsrate von 40 Prozent

Der Kampf um Käufer ist hart. Der Markt in Dubai hat bereits jetzt eine Leerstandsrate von 40 Prozent. Neu gebaute Gebäude abseits des Zentrums von Dubai haben da einen harten Stand. Und die Stadt wächst weiter. Laut einer aktuellen Studie von Colliers International werden weltweit nur in Shanghai und Moskau mehr Büroflächen gebaut als in Dubai, berichtet "Bloomberg".

In den nächsten vier Jahren sollen noch einmal Büroflächen im Umfang von 40 Prozent der bestehenden Büros dazukommen. Der Preisdruck wird somit weiter größer werden, und das obwohl die Preise bereits jetzt seit Mitte 2008 um 60 Prozent in den Keller gefallen sind.

Zehn Verhandlungspartner statt einem

"Je weiter man von der zentralen Sheikh Zayed Road weg ist, desto geringer begehrenswert ist der Ort und umso schneller fallen die Mietpreise", sagt Maclean: "Warum sollten Sie dort hingehen, wenn sie zu einem relativ geringen Preis eine Lage nahe des Zentrums bekommen?".

Auch die unübersichtlichen Besitzverhältnisse vieler Bürogebäude erleichtern die Lage nicht gerade. "Wenn Sie ein zehnstöckiges Gebäude mit zehn Besitzern haben und Sie das ganze Gebäude kaufen wollen, müssen Sie mit allen zehn statt nur mit einem verhandeln", sagt Maclean. "Das ist unmöglich".

Dubai-Anleger zittern um ihr Geld

Erst vor einer Woche berichtete "Die Presse", dass sich der Traum vom großen Reichtum im Morgenland auch für einige Österreicher in Luft ausgelöst hat. Einige Dubai-Fonds sind pleite, Anwälte bereiten bereits Schadenersatzklagen vor.

Im August berichtete "DiePresse.com" von dem Versuch des österreichischen Unternehmers Josef Kleindienst, als erster Investor das gigantische Inselprojekt "Die Welt" wiederzubeleben.

(phu)