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COP26

Modebranche verschärft ihre Klimaziele

Die aktualisierte UN-Charta nimmt auch die Textilproduktion ins Visier (Symbolbild).
Die aktualisierte UN-Charta nimmt auch die Textilproduktion ins Visier (Symbolbild).Unsplash
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Im Rahmen der UN Fashion Industry Charter for Climate Action verschreibt sich die Modebranche - neuerdings inklusive großer Luxushäuser - ehrgeizigen Emissionsreduktionszielen.

Dass die Modeindustrie zu den größten Umweltsündern gehört, ist längst ein offenes Geheimnis. Das Weltklima hat ein Textil-Problem. Und so inspirierend wie essenziell Visionen kleiner Fair-Fashion Labels auch sind, es braucht ein Umdenken der Großen. Die am Montag bekannt gegebenen reformierten Verbindlichkeiten hinsichtlich der Dekarbonisierung stehen im Einklang mit den Zielen des Paris Abkommens zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad Celsius. Die Modeindustrie - weiß man bei der UN - sei ein wichtiger globaler Akteur, der aktiv zur Verwirklichung der Ziele beitragen müsse.

Straffere Zügel

Galt es vor der Klimakonferenz in Glasgow noch die Treibhausgasemissionen bis 2030 um dreißig Prozent zu reduzieren, so setzt man heute im selben Zeitraum auf eine Halbierung. Bis zum Jahr 2050 sollen Netto-Null-Emissionen erreicht werden. LVHM, der weltweite Branchenführer der Luxusgüterindustrie zu dem etwa Louis Vuitton und Dior gehören, hat sich bei kollektiven Bemühungen der Modebranche gegen Klimaprobleme bisher zurückgehalten. Nun hat sich der Big Player neben 171 anderen Unternehmen und Organisationen in die Liste der Teilnehmenden eintragen lassen. Vonseiten des Luxuskonzerns hieß es, man fühle sich mit der UN verbunden und wolle sich vermehrt auf Themen konzentrieren, die konkrete Auswirkungen der Mode auf die Umwelt in Angriff nehmen können.

Stefan Seidel von PUMA und Vorsitzender des Lenkungsausschusses der Fashion Industry Charter nennt die Reformierungen einen „wichtiger Meilenstein“. Die aktualisierte Charta beinhaltet unter anderem die Beschaffung von Strom aus zu hundert Prozent erneuerbaren Quellen sowie umweltfreundlicher Rohstoffe und den Ausstieg aus der Kohle hinsichtlich der Lieferkette - alles bis 2030. Außerdem gefordert wird die Schaffung von Anreizmechanismen für das Engagement der Zulieferer und die Einbindung anderer Interessensgruppen, politische Entscheidungsträgerinnen und -träger etwa.

Zusammenspiel

"In einer Zeit, in der die Klimakrise ein noch nie dagewesenes Ausmaß annimmt, muss die Realwirtschaft eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz spielen. Die verstärkten Verpflichtungen der Unterzeichner der Modecharta sind ein hervorragendes Beispiel für eine solche Führungsrolle", so Niclas Svenningsen, Leiter der Abteilung Global Climate Action bei der UN-Klimakommission in der Pressemitteilung. Seidel sieht vor allem die Zusammenarbeit von Unternehmen untereinander, der Lieferketten, der Politik sowie den Verbraucherinnen und Verbrauchern als essenziell. „Mit dem neuen Ziel sind wir uns jetzt alle darüber im Klaren, wohin wir gehen müssen“, sagt der Vorsitzende.

(evdin)