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Impfprämie

Grazer Rektor fordert Honorar für dreifach Geimpfte

OBerösterreich - GROSSER ANDRANG BEI IMPFZENTRUM IN SEEWALCHEN
Anreize könnten die Impfquote erhöhen.APA/WOLFGANG SPITZBART
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Nach dem dritten Stich sollen Geimpfte ein Honorar von maximal 1000 Euro erhalten, so der Vorschlag von Rektor der Grazer Med-Uni Helmut Samonigg. So könne man bis Juli 2022 eine Impfquote von 85 Prozent erreichen.

Der Vorschlag vom Rektor der Grazer Med-Uni, Helmut Samonigg, wurden Sonntag Abend bei „Im Zentrum“ heftig diskutiert. Eine Belohnung von bis zu 1000 Euro soll laut Samonigg die Bevölkerung dazu motivieren, sich vollständig impfen zu lassen. Nun schilderte er Details zu seiner Überlegung. Die Aktion könne zu einer Durchimpfungsrate von 85 Prozent führen. Sollte dieses Ziel nicht erreicht werden, sei laut Samonigg in letzter Konsequenz eine - zeitlich begrenzte - Impfpflicht absehbar.

"Mit Aufklärungsarbeit alleine kommen wir offenbar aus dem Eck, in dem wir uns mit der Impfquote jetzt befinden, nicht mehr heraus. Jene aber, die sich impfen lassen, leisten jedenfalls einen wesentlichen Beitrag für die Gesunderhaltung der Bevölkerung. Das sollte man in dieser Situation einmalig honorieren", erklärte der Grazer Onkologe und Rektor der Med-Uni Graz.

„Nicht teurer als ein vierwöchiger Lockdown"

Aus seiner Sicht sollten grundsätzlich "alle die, die bereits geimpft wurden und jene, die sich noch impfen lassen“, die Impfprämie erhalten. "Man müsste sich aber schon eine soziale Staffelung überlegen, damit es deutlich zugunsten derer geht, die weniger verdienen. Das wäre in Zeiten, wo viele finanziell sehr belastet sind, ein schönes Zeichen", wie Samonigg ausführte. "Das Ganze kostet auch nicht mehr als ein vierwöchiger Lockdown", so Samonigg. Ausbezahlt werden sollte die Prämie zudem in Form von "Checks, die in österreichischen Geschäften eingelöst werden können".

Wiederholungen der Kosten in den kommenden Jahren fürchtet der Mediziner nicht: "Wenn die Leute erst einmal die Impfung erhalten haben und sehen, dass die Welt nicht untergeht, ist der Bann gebrochen und die Impfung wird selbstverständlich". Der Mediziner geht auch davon aus, dass es im nächsten und den kommenden Jahren bei der medikamentösen Behandlung der schweren Fälle Fortschritte geben wird.

Bis Juni 2022 sollte mithilfe der Initiative jedenfalls eine Impfquote von 85 Prozent erreicht werden, "sonst würde sich nur noch die Einführung der Impfpflicht anbieten", wie Samonigg festhielt.

Mehr 90 Prozent geimpft

An der Med-Uni Graz selbst waren bereits Ende August von den 2404 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren Impfstatus rückgemeldet haben, mehr als 90 Prozent bereits geimpft und von diesen 96 Prozent vollständig immunisiert. Zahlungen habe es dafür allerdings nicht gebraucht.

(APA)