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Recht auf Reparatur

Apples Self Service richtet sich nur an "technikversierte" Menschen

US-IT-CONFERENCE-APPLE
APA/AFP/Apple Inc./BROOKS KRAFT
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Schon ab dem nächsten Jahr will Apple Ersatzteile für seine Produkte allen zur Verfügung stellen. Reparaturen sollen aber nur „technikversierte“ Menschen vornehmen.

Apple erweitert sein Sortiment und folgt damit einer jahrelangen Forderung von Verbraucherschützern: Das Recht auf Reparatur. Ab dem nächsten Jahr können Kunden Ersatzteile direkt über Apple bestellen und ihre Geräte selbst zerlegen. Der Gründer von iFixit, Kyle Wiens, zeigt sich begeistert. Doch das neue Apple-Service richtet sich nur an technikversierte Menschen.

iFixit zerlegt seit Jahren neue Geräte wie Smartphones, Tablets und auch Laptops. Dabei wird nicht nur die Reparierbarkeit geprüft, sondern auch eine umfangreiche und detaillierte Anleitung in Wort und Schrift verfasst. Denn in den letzten 20 Jahren sträubte sich Apple diese Handbücher herauszugeben. Das soll sich jetzt ändern. Hier folgt der iPhone-Konzern Lenovo, Dell, Patagonia und Fairphone. Diese Unternehmen stellen ihre Anleitungen seit geraumer Zeit online zur Verfügung.

Das aktuelle iPhone 13 Pro zum Beispiel erhält von iFixit fünf von zehn möglichen Punkte hinsichtlich der Reparierbarkeit (zehn ist am einfachsten zu reparieren). Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S21 Ultra erhielt nur drei von zehn Punkten. Das liegt vor allem an dem vielfach verwendeten Kleber und die schwere Erreichbarkeit der Komponenten. Laut iFixit lassen sich Akku und Display beim neuen iPhone hingegen leicht tauschen, die meisten Komponenten sind modular und einfach zu erreichen. Der verwendete Kleber macht die Sache aber komplizierter, vor allem aber die aus Glas bestehende Rückseite lässt sich noch immer schwer ersetzen. Außerdem: "Die Kopplung von Software-Komponenten macht viele Reparaturen unnötig kompliziert". Hierbei bezieht man sich vor allem auf den Display-Austausch, der dazu führen kann, dass Face ID nicht mehr funktioniert.

Für iFixit ist die Ankündigung Apples ein großer Schritt, wie Kyle Wiens auf Twitter schreibt: "Das mag nach einer kleinen Sache aussehen (...). Aber es ist ein kompletter Sinneswandel. Mehr noch - es ist eine Vereinbarung über eine Partnerschaft. Wir sitzen alle zusammen auf diesem Raumschiff namens Erde."

Service richte sich an „technikversierte Menschen“ 

Vorerst soll der Schwerpunkt des neuen Apple-Service auf den iPhone 12 und 13er Modellen liegen. Vor allem auf dem Display, der Kameras und dem Akku. Das dafür benötigte Spezialwerkzeug sowie die Anleitungen sollen ebenfalls direkt bei Apple erhältlich sein. Diese waren bislang eben nur lizenzierten Werkstätten vorbehalten sein. Später sollen auch Mac-Ersatzteile angeboten werden.

Das bedeutet aber nicht, dass nun jeder fix an seinem iPhone schrauben kann, wie Apple-COO Jeff Williams klarstellt: Die Self-Service-Reparatur richte sich "an technikversierte Personen, die über das Wissen und die Erfahrung zur Reparatur von elektronischen Geräten verfügen".

Tipps zur Reparatur und Videoanleitungen werden weiterhin von iFixit zur Verfügung gestellt. Wie einer der Redakteure der Plattform festhält, eignen sich die iPhones auf jeden Fall besser auseinandergenommen zu werden: „Wahrscheinlich, weil es relativ einfach ist, sie zu öffnen, die Anordnung im Inneren ist sehr übersichtlich, viele Teile sind einzeln austauschbar und es wird (relativ) wenig Kleber verwendet. Die Arbeit daran fühlt sich einfacher an als bei einem Android-Smartphone.“ Dennoch gibt es einiges zu beachten.

>>> iFixit - Wissenswertes zur iPhone-Reparatur

>>> Reparaturanleitung iPhone 13 Pro