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Malta

EU-Subventionen für maltesisches Skandal-Kraftwerk

Forensic experts walk in a field after a powerful bomb blew up a car killing investigative journalist Daphne Caruana Galizia in Bidnija
Die Reste des Autos, in dem die Journalistin Daphne Caruana Galizia im Oktober 2017 durch eine Bombe ermordet wurde.REUTERS
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Malta dürfte Millionen aus dem EU-Budget erhalten, um eine Gaspipeline zu bauen – von welcher der Hauptangeklagte im Mordfall Galizia profitiert.

Der Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia sorgt nach vier Jahren erneut für Schlagzeilen. Am Freitag beschlossen nämlich laut dem britischen „Guardian“ die EU-Botschafter, dass Malta und Zypern entgegen der klimapolitischen Ziele der Union weiterhin Subventionen aus dem EU-Haushalt beziehen können, um an das europäische Netz für Gaspipelines angeschlossen zu werden. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Maltas einziges Gaskraftwerk nicht mehr mit überteuertem Flüssiggas, sondern billiger per Rohrleitung versorgt werden kann. Davon wird eine maltesische Energiefirma namens ElectroGas finanziell profitieren – und sie gehört zu einem Drittel einer Gruppe einflussreicher maltesischer Geschäftsleute, darunter Yorgen Fenech, der Ende August heurigen Jahres wegen Anstiftung des Auftragsmordes an Caruana Galizia angeklagt wurde.

Fenech droht im Fall des Schuldspruchs bis zu lebenslange Haft. Dieser Strafprozess führt direkt zur letzten Recherche der am 16. Oktober 2017 per Autobombe ermordeten Journalistin zurück. Denn nach Ansicht der Staatsanwaltschaft waren es genau diese Erkundungen des Umbaus und der Belieferung des Kraftwerks in Delimara durch ElectroGas, die sie das Leben gekostet hätten.