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Walk of Häme

Danke für die Aufmerksamkeit

(c) imago images / Cord (Anja Cord via www.imago-images.de)
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Rochade ins Private oder: Warum nun der Ritter dem Bischof folgt und Magnus in aller Munde ist.

Kürzer werdende Aufmerksamkeitsspannen gehören zu den meistdiagnostizierten Symptomen unserer Zeit (wenn Sie diesen Einstieg überstanden haben, sind Sie übrigens nicht davon betroffen). Als wirksame Therapie bietet sich an langen Lockdown-Nachmittagen an, die Schach-Weltmeisterschaft in einem der vielen Livestreams zu verfolgen. Dort kommentieren Großmeisterinnen und -meister aus aller Welt das Match zwischen Weltmeister Magnus Carlsen aus Norwegen und seinem russischen Herausforderer, Jan Nepomnjaschtschi. Erst am Freitag spielten die beiden im Rahmen der Expo mit knapp acht Stunden die längste WM-Partie der Schachgeschichte. Carlsen gewann schließlich und durchbrach damit eine über fünfjährige Remis-Serie bei klassischen WM-Partien.

Im Schach wird meist zu Beginn der Partie versucht, mit einer Rochade den König in sichere Regionen zu verfrachten. Dieser Move ist in der heimischen Innenpolitik nun spektakulär gescheitert. Der Platz am Spielfeldrand im Parlament erwies sich für den abgedankten König als nicht sicher genug, auch den habituellen Bischof (so heißt der Läufer im Englischen) zum König zu machen erwies sich nicht als gewinnbringende Strategie. Nun muss also der Ritter (so das Pferd auf englisch), der zwar nicht strahlt, aber als zumindest als wehrhaft genug eingeschätzt wird, aus dem Innenministerium übernehmen. Und auch hier soll es ein Magnus richten.