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Steuer

Bitcoin-Steuer: Wer künftig mehr zahlen muss

Bitcoin ATM In Barcelona
Bitcoin ATM In BarcelonaGetty Images
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Die neue Regelung zur Kryptobesteuerung bringt Erleichterungen für Viel-Trader. Für langfristige Investoren ist sie eher ungünstig. Immerhin kann man künftig Aktienverluste mit Bitcoin-Gewinnen ausgleichen.

Wien. Am 1. März 2022 tritt eine neue Regelung für Inhaber von Bitcoin und anderen Krypto-Assets in Kraft, die für langfristig orientierte Buy-and-Hold-Investoren tendenziell ungünstig ist. Einkünfte aus Kryptowährungen, etwa realisierte Kursgewinne, werden ab dann mit 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer besteuert, und zwar unabhängig davon, wie lang man die Vermögenswerte bereits auf dem Depot hält. Bisher konnte man Bitcoin und Co. nach einem Jahr steuerfrei veräußern.
Jetzt schnell zu verkaufen, um der Steuer zu entgehen, zahlt sich in den meisten Fällen nicht aus. Denn Altvermögen (Erwerb bis 28. Februar 2021) fällt auch weiterhin unter die alte Regelung: Nach einem Jahr (also ab 1. März 2022) kann man es steuerfrei veräußern. Verkauft man hingegen jetzt Kryptowährungen, die man erst kürzer als ein Jahr hält, muss man nach der alten Regelung einen etwaigen Gewinn in der Einkommensteuererklärung angeben.

Alt- und Neubestände trennen

„Zum Optimieren ist es zu spät“, sagt Florian Wimmer, Gründer und CEO des Unternehmens Blockpit, dessen Software Kryptoinvestoren beim Steuerreporting hilft. Er rät dennoch, Alt- und Neuvermögen klar zu separieren, etwa das Altvermögen auf eine eigene Wallet (digitale Geldbörse) zu transferieren, damit man jederzeit weiß, was man veräußert. Sonst laufe man Gefahr, auch für Altvermögen Steuern abzuführen.

Eine kleine Erleichterung kommt jedoch auch: Wer Kryptowährungen gegen andere Kryptowährungen tauscht, also etwa Bitcoin gegen Ethereum, muss keine Steuern zahlen. Erst, wenn er seine Ether in Euro umtauscht, greift der Fiskus zu. Die derzeitige Regelung ist oft eine Falle: Wer etwa Bitcoin, die stark gestiegen sind, gegen andere Kryptowährungen tauscht, die dann ins Bodenlose rasseln, muss unter Umständen trotzdem seine Bitcoin-Gewinne versteuern, obwohl er gar nichts davon hat. Weiter gilt: Der Tausch von Kryptowährungen gegen Güter und Dienstleistungen (also das Bezahlen mit Bitcoin) löst eine Steuerpflicht aus. Wer Bitcoin, mit denen er im Plus ist, ausgibt, muss den Gewinn unter Umständen versteuern.

Noch eine gute Nachricht: Kryptoverluste kann man künftig mit Aktiengewinnen und Dividenden ausgleichen – und umgekehrt. Doch müssen sie im selben Kalenderjahr anfallen. Dabei kann man Kryptogewinne, die man ab 1. März 2022 erzielt, mit Aktienverlusten aus dem gesamten Jahr 2022 ausgleichen, sagt Wimmer. Für Altvermögen gelte das aber nicht: Wer solches verkauft, kann es nicht mit Aktien ausgleichen. „Das fällt in die steuerirrelevante Kategorie“, meint Wimmer.
Für manche Investoren ist die neue Regelung günstiger. Vielhändler zahlen künftig statt des Einkommensteuersatzes „nur“ 27,5 Prozent. Auch müssen sie sich nicht mehr um die Versteuerung kümmern: Ab 2023 führen inländische Dienstleister (etwa Bitpanda) automatisch Steuern ab und nehmen den Ausgleich vor. Bis dahin – und bei ausländischen Anbietern – muss man das selbst tun.