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Covid-19

Oberösterreich hofft bis Jahresende auf Normalbetrieb auf Intensivstationen

(Symbolbild)(c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)
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Die Zahl der mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten sollte bis zum 22. Dezember von derzeit 111 auf 68 zurückgehen. Trotz sinkender Tendenz ist man derzeit immer noch im „Notfallmodus“.

Bei der Entscheidung, am 17. Dezember alle Lebensbereiche wieder zu öffnen, stützt sich das Land Oberösterreich auf eine Prognose des Simulationsexperten Niki Popper. Demnach wird erwartet, dass die Zahl der mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten bis zum 22. Dezember von derzeit 111 auf 68 zurückgeht. Wenn der Trend anhalte, hoffe man bis Jahresende bei 25 - jener Marke, ab der die Spitäler auch alle anderen Aufgaben gut bewältigen können - anzukommen, so LH Thomas Stelzer (ÖVP).

In Oberösterreich lag die Sieben-Tages-Inzidenz am Donnerstag bei 533,6. Das Dashboard des Landes meldete 646 Neuinfektionen und fünf Todesfälle. Es wurden 353 (minus 18) Corona-Patienten auf Normal-und 111 (minus zwei) auf Intensivstationen behandelt. Letzteres entspricht in etwa der "systemkritischen Auslastungsgrenze", ab der 33 Prozent der ICU-Kapazitäten von Corona-Patientinnen und -Patienten belegt sind. Seit 20. November lag man - teils deutlich - über dieser Marke, mittlerweile ist die Tendenz wieder fallend.

Peak „sehr knapp“ zu bewältigen gewesen

Der Peak von 138 mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten sei nur "sehr knapp" noch zu bewältigen gewesen, sagte Franz Harnoncourt, Geschäftsführer der Oö. Gesundheitsholding (OÖG) in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Er verwies auf die Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit mittlerweile fast zwei Jahren, aber auch auf die Verschiebung von Operationen, darunter Kinder-Herz- oder Krebsoperationen.

Im Normalfall gebe es im Bundesland 250 Intensivbetten, rechnete er vor. Wenn zehn Prozent - also 25 - davon mit Covid-Patienten belegt seien, habe man weitgehenden Normalbetrieb und könnte eine Betreuung aller Patienten sowie die Durchführung elektiver Eingriffe gut bewältigen. "Mit 50 können wir Hybridbetrieb sicherstellen, wo wir die akuten Fälle gut abarbeiten können", aber elektive Operationen verschoben werden müssten, "bei 75 konzentrieren wir uns nur mehr auf das Akutgeschehen".

Im Notfall kann Oberösterreich bis zu 333 ICU-Einheiten aufstellen. "Derzeit bespielen wir 304", so Primar Christian Dopler, Leiter der Intensivstation des Salzkammergut Klinikums. 111 davon sind aktuell mit Corona-Patienten belegt. Man sei also immer noch im Notfallmodus, in dem u.a. Krebsoperationen verschoben werden.

Hat schon jeder Kontakt mit dem Virus gehabt?

Die Annahme des Komplexitätsforschers Peter Klimek, dass in Oberösterreich mittlerweile nahezu jeder - entweder durch Impfung oder durch Infektion - Kontakt mit dem Virus gehabt haben müsse, teilt man im Expertenstab nicht: Zwar könne man der Theorie, dass es einen Sättigungseffekt gebe, etwas abgewinnen, so Lungenspezialist Primar Bernd Lamprecht vom Kepler-Uniklinikum in Linz.

Aber wenn man sich ansehe, wie hoch die Infektionszahlen noch vor wenigen Wochen waren, "spricht das nicht dafür, dass besonders viele Menschen einen Schutz haben. Insofern zweifeln wir etwas daran, dass die Dunkelziffer der Genesenen tatsächlich so hoch ist". Zumindest scheine es keinen Schutz gegen symptomatische Erkrankungen oder Hospitalisierung zu geben.

(APA)