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Lichtermeer

Kontrapunkt im Kerzenschein

Einer der beiden Lichterkranz-Initiatoren, Daniel Landau, am Ort des Geschehens: Hier sollen am Sonntag Kerzen als Zeichen der Solidarität leuchten.
Einer der beiden Lichterkranz-Initiatoren, Daniel Landau, am Ort des Geschehens: Hier sollen am Sonntag Kerzen als Zeichen der Solidarität leuchten.Clemens Fabry
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Zum Gedenken an Corona-Todesopfer findet am Sonntag ein Lichtermeer am Wiener Ring statt. Ein stiller Gegenpol – denn währenddessen schreitet die Polarisierung weiter voran.

Es war die Social-Media-Plattform Twitter, auf der sich Daniel Landau, Bildungsaktivist und Lehrer aus Wien, und Roman Scamoni, Hausmann und Familienvater aus Innsbruck, fanden. Zwei Männer, die ihr Frust über die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft und der Wunsch eines Zeichens des Miteinanders einte.

Sie riefen die Initiative #YesWeCare ins Leben, bei der am Sonntag der über 13.000 in Österreich an Corona verstorbenen Menschen gedacht und dem Gesundheitspersonal gedankt werden soll – in Form eines Lichterkranzes entlang der Wiener Ringstraße. Ein stiller Gegenpol zu lauten, teils aggressionsgeladenen Demonstrationen.

Denn seit Verkündung der Impfpflicht habe die Polarisierung weiter an Fahrt aufgenommen, so Barbara Prainsack. Sie ist Politikwissenschaftlerin und Teil des Austrian Corona Panel Project (ACPP) der Universität Wien, das die Stimmung und Einstellung der Gesellschaft hinsichtlich der Pandemie erforscht. Studien zeigen hier, dass die Impfpflicht selbst die Gesellschaft nicht spaltet, sich aber tief liegende Unterschiede in den Anschauungen in der Debatte zuspitzen – und eine kleine Gruppe der Maßnahmengegner immer gewaltbereiter wird.