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Bewohner eines Armenviertels in Lagos, Nigeria.
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Globale Themen

Die Welt zwischen Wetterextremen und Hungerkrisen

Bringen die nächsten Monate den Wendepunkt in der Pandemie? Auch andere globale Themen können nicht warten: Ein Kurswechsel beim Klimaschutz ist überfällig, Rückschläge im Kampf gegen Hunger und Armut müssen wettgemacht werden.

Die Bilder der Flutkatastrophe wird Gino V. nie vergessen. Als starke Regenfälle in Deutschland im Juli 2021 die schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten verursachten, war der freiwillige Feuerwehrmann aus der Nähe von Mainz in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Einsatz. Dort hatte die Wucht des Wassers aus der Ahr ganze Landstriche zerstört. Entwurzelte Bäume, Häuser, von denen nur noch die Grundmauern stehen, auf den Straßen überall Schlamm und Geröll. „Es war wie im Krieg“, erinnert er sich im Gespräch mit der „Presse am Sonntag“. „Verzweifelte Menschen rannten auf uns zu, weil sie Hilfe brauchten. Das war sehr berührend.“

Nicht nur Deutschland hat im vergangenen Jahr eine beispiellose Unwetterkatastrophe erlebt. Im Süden Tschechiens schlug ein Tornado eine Schneise der Verwüstung. Kalifornien meldete Hitzerekorde um die 50 Grad; Wirbelstürme verwüsteten gleich sechs Bundesstaaten der USA. Nach schweren Unwettern in der zentralchinesischen Provinz Henan ertranken Menschen in überfluteten U-Bahnen. Australien erlebte schlimme Buschbrände und schwerste Überschwemmungen sogar gleichzeitig in verschiedenen Landesteilen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Schon jetzt treten extreme Wetterphänomene vier bis fünf Mal so häufig auf als noch in den 1970er-Jahren, das hat eine Studie der Weltwetterorganisation WMO gezeigt – Tendenz steigend. Grund: „Mit steigenden Temperaturen nimmt die Anzahl von Extremen zu, weil mehr Energie im System ist – und diese wird umgesetzt“, sagt Fred Hattermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, kurz PIK.