Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Umwelt

Wäschetrockner sind Mikroplastikschleudern

Waschmaschinen und -trockner weisen eine schlechte Ökobilanz auf.
Waschmaschinen und -trockner weisen eine schlechte Ökobilanz auf.(c) 2018 Getty Images
  • Drucken

Eine Studie zeigt, dass Mikroplastik beim Wäschetrocknen in die Umwelt gelangt. Die Menge übersteigt die aus der Waschmaschine um Einiges.

Dass Wäschewaschen keine gute Ökobilanz hat, ist bekannt. Der Energieverbrauch beim Wäschewaschen ist tendenziell hoch und seit einiger Zeit ist auch Mikroplastik, das durchs Wäschewaschen in die Umwelt gelangt, Thema. Ein Experiment der City University Hong Kong zeigt nun, dass der wahre Umweltsünder eigentlich der bisher übersehene Wäschetrockner ist.

Umweltsünder Wäschetrockner

Herumgewirbelt und durcheinander geblasen wird die Wäsche während des Trocknens in einem handelsüblichen Trockner für den Haushalt. Eine Reihe von Experimenten mit solchen Geräten zeigt, dass dabei eineinhalb mal bis 40-mal so viele feine Faser freigesetzt werden wie in der Waschmaschine. Dabei wird das Abwasser aus der Waschmaschine zumindest noch in der Kläranlage von Mikroplastikartikeln befreit, die Faser aus dem Wäschetrockner gelangen eher in die Umwelt.

Im Rahmen des Experiments wurden Wäschestücke aus Baumwolle und Polyester untersucht. In beiden Fällen lösten sich Mikrofaser - die Faser von Polyestergewebe sind allerdings genau genommen als Mikroplastik zu betrachten, während Baumwollfaser von der Umwelt abgebaut werden können. Mikroplastik kann sich so in der Nahrungskette anreichern, und dort als Konzentrator von Umweltgiften wirken.

Bei Polyester würde der Anteil an abgestoßenen Fasern außerdem mit der Menge der Kleidung pro Trommel steigen. Diesen Unterschied erklärten sich die Forscher dadurch, dass Baumwollfaser zusammenklumpen und in Folge absinken, während Polyesterfaser eher in der Luft schweben würden. Die Bilanz eines regelmäßig verwendeten Trockners wird auf 90 bis 120 Millionen mikroskopischer Fasern geschätzt, die so in die Umgebung gelangen.

Filter und umweltfreundlichere Materialien

Die Tests wurden mit Wäschetrocknern durchgeführt, die über einen Schlauch ins Freie entlüften - diese Abluft wurde dann im Labor analysiert. In Zukunft solle hier ein spezielles Filtersystem die Menge an Mikrofasern verringern, so das Forschungsteam. Langfristig wäre es jedoch effektiver, Polyester durch umweltfreundlichere Materialien zu ersetzen. Ob die Ergebnisse auch auf Kondensationstrockner übertragbar sind, geht aus der Studie nicht hervor.

>>>zur Studie

(chrima)