Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Zweite Niederlage

Handball-EM: Österreich verliert gegen Deutschland und scheidet aus

2022.01.16 Bratyslawa Bratislava Pilka reczna Mistrzostwa Europy ME 2022 Niemcy - Austria N/z Johannes Golla Mykola Bil
imago images/Newspix
  • Drucken

Das Nationalteam forderte die favorisierten Deutschen, doch selbst 50 starke Minuten sind für Überraschungen zu wenig. Der Traum vom Aufstieg ist damit vorzeitig geplatzt.

Österreichs Handball-Nationalteam hat bei der EM in Bratislava auch sein zweites Gruppenspiel verloren. Nikola Bilyk und Co. unterlagen Deutschland mit 29:34 (16:15), damit ist der Aufstieg in die Hauptrunde der Top 12 vor dem abschließenden Duell mit Belarus am Dienstag (20.30 Uhr, live ORF Sport Plus) nicht mehr möglich.

Die ÖHB-Auswahl zeigte im Vergleich zum enttäuschenden Auftaktspiel gegen Polen (31:36) zwei Tage zuvor ein gänzlich anderes Gesicht. Von Beginn an agierte die Abwehr weitaus aggressiver, Deutschland wurde früh im Spielaufbau gestört. Und im Angriff wirkte Österreich sehr viel ideenreicher, es boten sich mehr Anspielstationen, auch Kapitän Nikola Bilyk wirkte selbstsicherer.

Wenn Österreich im Kollektiv funktioniert und sein Potenzial ausschöpft, und das tat die Mannschaft speziell in der ersten Halbzeit (16:15), so ist der Unterschied zu Handballnationen wie Deutschland kein unüberwindbar großer. Selbst nach 50 Minuten war der erste Sieg gegen die Deutschen in einem Bewerbsspiel noch in Reichweite (26:28). „Wir haben lange Zeit sehr viel richtig gemacht“, meinte Gerald Zeiner, „am Ende aber waren es doch ein paar Fehler zu viel.“ Selbst eine im Umbruch befindliche deutsche Mannschaft sei „immer noch Weltklasse“, ergänzte Zeiner, für einen Erfolg müsse also „über 60 Minuten alles passen.“

Ähnlich analysierte auch Sebastian Frimmel, mit neun Toren Österreichs bester Werfer, den Abend. „Es ist so wie immer bei uns. Wir müssen am Limit agieren, spielerisch und was die Präsenz angeht. Dann können wir jeden Gegner fordern. Gelingt uns das nicht, können wir gefühlt gegen jeden verlieren.“ Vor der EM hatte man sich in Bestbesetzung antretend jedenfalls eine stärkere Leistung erhofft, vor allem im Spiel gegen Polen. Frimmel: „Aber so ist der Sport, es gibt keine Regeln oder Gesetze.“

Zwei Handball-Welten

Die EM ist zwar erst vier Tage alt, die aus den Gastgeberländern Ungarn und Slowakei entsendeten Bilder könnten aber unterschiedlicher kaum sein. Während die Slowakei (Bratislava, Košice) nur eine 25-prozentige Auslastung der Hallen erlaubt und Zuschauer zwingend Maske tragen müssen, ist in Ungarn (Budapest, Debrecen, Szeged) der Umgang mit der Gefahr des Coronavirus ein anderer.

Dort dürfen die Hallen bis auf den letzten Platz gefüllt werden, in Budapest versammelten sich bei den Spielen Ungarns über 20.000 Fans – großteils ohne Maske.
Deutschlands Teamchef Alfred Gislason zeigte sich irritiert: „Wenn man sieht, dass in Budapest 20.000 bei einem Spiel sind und keiner eine Maske trägt, bin ich gespannt, wie das weitergeht.“

("Die Presse", Printausgabe 17.1.2022)