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Gegengift

Wie nah ist uns die Ukraine?

Die ukrainische Hauptstadt Kiew
Die ukrainische Hauptstadt KiewREUTERS
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Die Grenzstadt Uschhorod liegt für Wiener näher als Bregenz.

Spekulationen über eine militärische Auseinandersetzung zwischen dem expansiven Russland und der Ukraine haben inzwischen sogar den belletristischen Zirkel „Tolstoi und kein Ende“ bei uns im Gegengift erreicht. Erst redeten wir über den Zeitpunkt: „Einen Winterkrieg führen nur Wahnsinnige, und am Ende gewinnen immer die Finnen“, sagten die Praktiker. „In eiskalten Saisonen kann sogar ein französischer Kaiser alles verlieren“, ergänzten einige aufgeklärt-revolutionäre Romantiker. „Was aber, wenn Wladimir Putin sich für einen neuen Napoleon Bonaparte hält?“, wandten die wenigen Realisten ein.

Im Klub für leichtere Literatur gingen wir dann zur Frage über, wie nah uns dieser Konflikt im Osten Europas kommen könne. Der Donez liege doch weit hinter der Türkei, sagten jene, die nicht einmal alle Anrainerstaaten am Schwarzen Meer spontan aufzählen können. Die Ukraine sei uns menschlich sehr nah, erwiderten jene, die nicht nur die Romane, sondern auch Reportagen von Joseph Roth gelesen haben, der in der Stadt Brody auf die Welt kam. Seine „Reisen in die Ukraine und nach Russland“, die er 1926 unternahm, sind aktuell wieder zu empfehlen.