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Walk of Häme

Vokale der Nachhaltigkeit

Warum wir Mitleid mit den Selbstlauten haben und Kanzler-Detox üben.

Im verzweifelten Suchen um nachhaltige Lösungen wird dieser Tage gern in der Vergangenheit gesucht. So hat die EU gerade wieder die Atomkraft neu entdeckt. Sie soll helfen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Wie sich der Gedanke, den Planeten halbwegs intakt an die kommenden Generationen zu übergeben, mit einem bis in eine halbwertszeitige Ewigkeit strahlenden Sondermüllhaufen vereinbaren lässt, ist freilich noch nicht einleuchtend erklärt worden. Wo die kleinen, schnellen ultramodernen Hochsicherheitsreaktoren zu besichtigen sind übrigens auch nicht. Hauptsache Mochovce ist noch am Netz.

Viel charmanter und gar nicht gefährlich ist hingegen das Revival der O-Busse. In St. Pölten könnten sie nun anstelle teurer Bahnprojekte zum Einsatz kommen, um mit Strom aus der Oberleitung für sauberen öffentlichen Verkehr sorgen. Alle diejenigen, die in Landeshauptstädten aufgewachsen sind, die zu klein gewesen sind, um eine U-Bahn zu haben, also eh alle außer die Wiener, und stattdessen mit dem O-Bus vorliebnehmen mussten, finden das nicht ganz so sexy und zukunftsträchtig. O-Busse stehen im Stau wie alle anderen Verkehrsteilnehmer (irgendwer blockiert nämlich immer die Busspur) und manchmal hängt es ihn aus. Nicht den Fahrer, sondern den O-Bus. Der Fahrer muss dann mit langen Stangen den Bus wieder mit der Oberleitung verbinden. Wir haben als Kinder gern dabei zugeschaut. Neben dem O-Bus, der U-Bahn, dem E-Auto und dem i-Phone fehlt also noch irgendwas Ikonisch-Zukunftsweisendes mit A (nein, AKW gilt nicht), dann sind die Vokale der Nachhaltigkeit komplett.