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Krugman spöttelt über Fed-Chef: 'Reite, Bernanke, reite'

USA NOBEL PRIZE ECONOMICS KRUGMAN
(c) EPA (Christopher Barth)
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US-Notenbankchef Bernanke fordert weitere Konjunkturpakete. Für Krugman kommt dieser Vorstoß zu spät: Genauso hätte er um ein Pony bitten können.

US-Wirtschaftsnobelpreisträger und Starökonom Paul Krugman macht sich in seinem New York Times-Blog "The Conscience of a Liberal" über US-Notenbankchef Ben Bernanke lustig. Er bezieht sich dabei auf eine Rede von Bernanke, in der dieser am Freitag die Politik um Hilfe in Form weiterer Konjunkturpakete bat. Die Notenbank könne nicht allein für ökonomische Erholung und Preisstabilität sorgen.

Bernanke will Hilfe von der Politik

"Die Notenbank ist unparteiisch und gibt keine Empfehlungen bezüglich bestimmter Steuern oder Ausgabenprogramme aus. Dennoch wäre ein Fiskalprogramm, das kurzfristige Maßnahmen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums mit starken, vertrauensbildenden Maßnahmen zur Reduzierung langfristiger struktureller Defizite verbindet, eine wichtige Ergänzung der Maßnahmen der Fed", zitiert Krugman Fed-Chef Bernanke.

An und für sich ist es genau das, was Krugman seit Monaten vehement fordert. Seiner Meinung nach haben die milliardenschweren Konjunkturpakete langfristig keine Folgen: "Tatsächlich haben wir noch keine bedeutende Ausweitung der Fiskalpolitik vorgenommen. Der Stimulus macht im Augenblick fast keinen Unterschied".

"Genauso gut hätte er ein Pony fordern können"

Dennoch erntet Bernanke Spott. Er hätte genauso gut "ein Pony" fordern können. "Ernsthaft, es ist nichts falsch daran, was Bernanke gesagt hat, aber hätte er etwas bewirken wollen, hätte er das vor einem Jahr sagen müssen. Jetzt gibt es keine Chance mehr mehr Programme zur Konjunkturankurbelung durch den Kongress zu bringen", sagt Krugman pessimistisch.

"Ich verstehe, warum Bernanke vorsichtig ist, sich in die politische Debatte einzumischen - dennoch ist es unverzeihlich. Die Unzulänglichkeit mit der wir versuchen die Arbeitslosigkeit auf weniger katastrophale Ebenen zu bringen, ist seit langer Zeit offensichtlich - und jeder, der in der Lage war, etwas zu tun, hat auf Sicherheit gespielt - bis es zu spät war, irgendetwas zu tun", lautet Krugmans Vorwurf.

"In Amerika gehen die Lichter aus"

Erst im August hatte Krugman in seiner Kolumne in der "New York Times" ein drastisches Urteil über die USA gefällt: "In Amerika gehen die Lichter aus - im wahrsten Sinn des Wortes". Er beklagte damals den Verfall der USA auf kommunaler Ebene. Von der West- bis zur Ostküste: Überall in den USA stehen Kommunen und Bundesstaaten unter Sparzwang.

 

(Red.)