Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Führungsanspruch

Kickl: "Eine freiheitliche Lokomotive braucht das Land"

Eine Kundgebung der FPÖ am 1. Mai.
Eine Kundgebung der FPÖ am 1. Mai.APA/TEAM FOTOKERSCHI
  • Drucken

Nicht nur die SPÖ: Auch die FPÖ stellt am 1. Mai den Führungsanspruch für ihre Partei. Auch die Neos und die ÖVP melden sich mit politischen Botschaften zu Wort.

Der "Tag der Arbeit" am 1. Mai hat ein Gerangel der Opposition um die künftige Führung im Land mit sich gebracht. Erstmals nach Jahren hatte es die Corona-Situation zugelassen, wieder große Veranstaltungen abzuhalten. Vor allem die SPÖ nutzte dies, um Genossinnen und Genossen auf den Wiener Rathausplatz zu locken. Mit Würstel und Bier konkurrierten die Freiheitlichen im Bierzelt am Urfahraner Jahrmarkt in Linz.

"Ja, wir sind wieder da. Freundschaft!" - diese Worte hat die SPÖ nicht etwa ihrer Parteivorsitzenden Pamela Rendi-Wagner überlassen, sondern Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl. Knapp 100.000 Menschen waren laut Parteiangaben Sonntagvormittag auf den Rathausplatz gepilgert, um die Spitze der Sozialdemokratie auf der Bühne geeint zu sehen. "Wir, die SPÖ Wien, stehen voll hinter dir", versicherte Bürgermeister Michael Ludwig seiner Parteiobfrau.

"Es ist an der Zeit, unserem Land wieder eine andere Richtung zu geben", stellte Rendi-Wagner selbst den Führungsanspruch, kritisierte die türkis-grüne Regierung und meinte in Richtung Ballhausplatz: "Wenn ihr es nicht könnt, dann lasst es wenigstens uns machen, die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten!" Die fünf Jahre in der Opposition seien fünf verlorene Jahre für Österreich gewesen, "und das tut sehr weh".

Kickl: „In Wahrheit wollen wir führen"

Nicht weniger kämpferisch gab sich FPÖ-Obmann Herbert Kickl in Oberösterreich. "In Wahrheit wollen wir führen, eine freiheitliche Lokomotive braucht das Land", sagte Kickl, der die Devise "Festzelt statt Testzelt" ausgegeben hatte. Neben der Regierung - "diese Paarung aus Not und Elend" -, verhöhnte Kickl traditionsgemäß auch die Spitze von SPÖ und Neos - "das Feministinnen-Geschwader aus Pamela Joy (Rendi Wagner, Anm.) und der bissigen Beate (Meinl-Reisinger, Anm.)".

"Erst träumten sie vom Kanzleramt, dann sind sie gegen die Wand gerannt", machte er sich über die "Luxussozialisten" lustig. Und: "Ich habe mir fest vorgenommen, dass wir nächstes Jahr den 1. Mai ohne Auflagen und ohne den grün-schwarzen Klotz am Bein der Republik begehen, den werden wir absprengen in den nächsten Monaten", kündigte der Freiheitliche an. Da dürfe man auch "nicht so unterwürfig denken", die Frage sei: "Mit wem wollen denn wir überhaupt, mit wem können wir denn zusammenkommen?"

Neos feiern „Tag der Bildung“, ÖVP verweist auf „Beschäftigungsrekord"

Weniger auf Schenkelklopfer setzten die Neos, die abermals den "Tag der Bildung" begingen. Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre forderte bei einer eigenen Veranstaltung von der Regierung höhere Investitionen in die Elementarpädagogik. Der Kindergarten solle außerdem "keine Betreuungs-, sondern die erste Bildungseinrichtung sein". Unterstützt wurden ihre Thesen von der Neurobiologin Isabella Sarto-Jackson.

Auch die ÖVP meldete sich politisch zu Wort und kritisierte das von der Wiener SPÖ stets hochgehaltene Gemeindebau-Modell. Generalsekretärin Laura Sachslehner forderte stattdessen von der Stadt, den Zugang zu Eigentum zu erleichtern. Bürgermeister Ludwig konterte beim Aufmarsch der Roten: "Wir privatisieren keine Gemeindebauten, wir privatisieren keine geförderten Wohnungen."

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) verwies anlässlich des Staatsfeiertages auf den aktuellen "Beschäftigungsrekord". "Als Arbeitsminister sehe ich diese Entwicklung besonders positiv, weil sie zeigt, dass der österreichische Arbeitsmarkt die Pandemie vorläufig weitgehend überwunden hat und in sehr guter Verfassung ist", betonte er.

(APA)