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Medien

Pressefreiheit: Österreich stürzt im Ranking ab

Parliamentary election in Austria
Dompteur der Medien: Unter Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ging Medienfreiheit verloren.REUTERS
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Österreich liegt nur noch auf Platz 31 – hinter Ländern wie Namibia oder Argentinien. Grund dafür ist eine untätige, parteipolitisch motivierte Medienpolitik.

Am heutigen Tag der Pressefreiheit präsentiert die Österreich-Sektion von Reporter ohne Grenzen in Wien die weltweite Rangliste in Sachen Presse- und Informationsfreiheit. 179 Länder sind darin gelistet – von Norwegen (das mit 92,65 von 100 Punkten auf Platz eins liegt) bis Nordkorea mit nur 13,92 Punkten als Schlusslicht. Insgesamt ist es um die Medienfreiheit und die Arbeitsbedingungen für unabhängigen Journalismus weltweit nicht gut bestellt: Nur acht Länder landeten mit einem Punktestand von über 85 im grünen Bereich – darunter auch welche, bei denen man es wohl nicht vermuten würde, wie Estland oder Costa Rica. Österreich hingegen ist im Vergleich zum Vorjahr vom 17. auf den 31. Platz abgestürzt und schafft es mit 76,74 Punkten gerade einmal ins Mittelfeld jener Gruppe, die mit einem „eher gut“ wegkommt. Dabei rangiert es aber schon hinter Ländern wie Osttimor, Namibia oder Argentinien. Wie konnte es so weit kommen?

Mehr zum Thema im Podcast der "Presse":

Corinna Milborn, Puls4-Moderatorin und im Vorstand von „Reporter ohne Grenzen“ ist zu Gast im Podcast und spricht mit Anna Wallner darüber, wieso Österreich im Pressefreiheitsranking so abgestürzt ist.

>>> Gleich hier anhören

„Der Rucksack, den Journalistinnen und Journalisten bei der Arbeit umgeschnallt haben, ist gefüllt mit einer Vielzahl von Steinen, die zuletzt deutlich schwerer geworden sind“, sagt Kommunikationswissenschaftler Fritz Hausjell, der als Präsident von Reporter ohne Grenzen Österreich der jüngst verstorbenen Rubina Möhring nachgefolgt ist. Was am schwersten drückt, sind die ökonomischen Rahmenbedingungen: Weil der klassische Journalismus durch die zunehmende Konkurrenz von sozialen Medien und digitalen Onlineriesen, die ungefähr die Hälfte des Werbemarktes abschöpfen, nur mehr schwer zu finanzieren ist. Mit Preissteigerungen bei Werbung oder im Verkauf ist das nicht wettzumachen. Dieses Problem trifft allerdings die Medien in allen Ländern.