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Quergeschrieben

Es ist immer noch sehr kompliziert mit den Frauen in der Politik

RUeCKTRITT VON LANDWIRTSCHAFTSMINISTERIN KOeSTINGER
Elisabeth Köstinger (ÖVP) trat als Landwirtschaftsministerin zurück. Haben es Frauen in der Politik wirklich viel schwerer als Männer?APA/GEORG HOCHMUTH
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Vielleicht sollten in Zukunft nur noch männliche Regierungsmitglieder zurücktreten. Das verursacht weniger Ärger.

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Zwei ÖVP-Ministerinnen traten am selben Tag zurück und wurden einen Tag später durch einen Minister, einen Staatssekretär und eine Staatssekretärin ersetzt. So weit die unstrittigen Fakten. Doch offenbar sorgt der Vorgang für erhöhten Gesprächsbedarf. Im Netz und in den Medien wird lebhaft diskutiert: Sind die Ministerinnen an sich selbst gescheitert oder am Machismo in der Gesellschaft? Warum war es nicht möglich, bei der Nachbesetzung den Frauenanteil in der Koalition stabil zu halten? Wird die ÖVP jetzt wieder zu einem Männerverein? Ist es grundsätzlich gut für den Feminismus, wenn möglichst viele Frauen in der Regierung sitzen? Oder geht der Schuss nach hinten los, wenn die Auserwählten inhaltlich enttäuschen?

Elisabeth Köstinger und Margarete Schramböck konnten nicht ahnen, welch diskursives Durcheinander sie mit ihren Rücktritten auslösen würden. Sonst hätten sie sich vielleicht ein überzeugendes Narrativ überlegt. Stattdessen bedankten sich beide auch noch überschwänglich bei Sebastian Kurz, was gar nicht gut ankam. Wie sieht das denn aus, wenn gleich zwei Frauen abdanken (oder abdanken müssen), weil der neue Mann an der Spitze ihnen weniger gewogen ist als der frühere Mann an der Spitze?