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Von Kopenhagen nach Cancún: Gesunde Erde ist globale Aufgabe

Gastkommentar. Kein Land bleibt vom Klimawandel verschont, kein Land kann dieses Problem allein lösen. Aber es gibt einige ermutigende Schritte.

Die negativen Folgen des Klimawandels sind auf der ganzen Welt zu beobachten: höhere Temperaturen, abschmelzende Gletscher, ein Ansteigen der Meeresspiegel, anhaltende Dürreperioden... Die Belastungen für unseren Planeten werden noch weiter zunehmen, wenn die internationale Gemeinschaft ihre Anstrengungen zur Lösung dieses Problems nicht verstärkt.

Der UN-Klimagipfel in Mexiko, der am Montag startete, bietet uns die Gelegenheit, einen entscheidenden Schritt vorwärts zu tun. Wir müssen ihn allerdings gemeinsam unternehmen. Die USA engagieren sich gemeinsam mit Österreich, der EU und anderen internationalen Partnern bei der Bewältigung dieser massiven globalen Herausforderung.

In Cancún müssen wir die letztes Jahr in Kopenhagen erzielten Fortschritte vertiefen und bei allen Verhandlungspunkten weitere Maßnahmen setzen, sowohl bei der Emissionsverminderung, der Transparenz, Finanzierung, Adaptierung und Technologie als auch beim Schutz unserer Wälder.

Während wir hier weiter auf ausgewogene Ergebnisse hinarbeiten, müssen wir gleichzeitig verhindern, die in Kopenhagen erzielten Resultate zu untergraben. Dort haben führende Repräsentanten der ganzen Welt einen bedeutenden Schritt in unserem kollektiven Engagement zur Bewältigung des Klimawandels unternommen.

 

Wegweisende Bestimmungen

Jeder Versuch, von den im Kopenhagener Abkommen festgelegten Verpflichtungen zurückzutreten oder die dort festgelegten Maßnahmen neu zu verhandeln, würde die Gefahren für unseren Planeten, unsere Zukunft, ja, für die ganze Menschheit nur weiter erhöhen.

Im Rahmen des Kopenhagener Abkommens, das von fast 140Nationen einschließlich Österreich unterstützt wird, verpflichten sich die führenden Industrienationen zum ersten Mal dazu, international transparente Schritte zur Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen zu setzen. Das Abkommen enthält auch wegweisende Bestimmungen für die finanzielle Unterstützung der Entwicklung umweltfreundlicher Technologien, für Adaptierungsmaßnahmen und für den Schutz von Wäldern in den ärmsten Ländern der Erde.

Es beinhaltet auch Zusagen der Industrienationen zu Schnellfinanzierungen im Ausmaß von fast 30Milliarden Dollar in den Jahren 2010 bis 2012 sowie ein Bekenntnis zu dem Ziel, bis 2020 jährlich 100Milliarden Dollar aus öffentlichen und privaten Quellen im Rahmen einer sinnvollen Schadensminderung bereitzustellen.

Die USA erfüllen ihre Schnellfinanzierungsverpflichtung, um Entwicklungsländern zu helfen, ihre Emissionen zu verringern und sich an die unterschiedlichsten Folgen des Klimawandels anzupassen. Allein in diesem Jahr haben die USA ihre Klimaschutzfinanzierung auf insgesamt 1,7Milliarden Dollar massiv erhöht; 1,3Milliarden davon sind vom Kongress bereitgestellte Hilfsmittel, weitere 400Millionen sind für Entwicklungsfinanzierung und Exportkredite vorgesehen.

Die Vereinigten Staaten arbeiten auch hart daran, ihre eigenen Treibhausgasemissionen zu verringern und auf eine saubere Energiewirtschaft umzuschwenken. Der sogenannte „Recovery Act“, ein von Präsident Barack Obama initiiertes Gesetz, beinhaltet mehr als 80Millionen Dollar an Investitionen, Darlehen und Anreizen zur Unterstützung einer ganzen Reihe von für dieses Ziel unerlässlichen Initiativen.

Überall in Österreich begegnet mir die Sorge über den Klimawandel – eine Sorge, die auch die Menschen in Amerika teilen. Die Alpengletscher sind in den letzten 100Jahren als Folge von Temperaturanstiegen um etwa die Hälfte zurückgegangen. Sollte dieser Trend anhalten, wird sich dies auch negativ auf die Wasserversorgung, Wasserkraft und den Wintertourismus auswirken.

 

Zukunft mit sauberer Energie

Doch ermutigen mich Schritte, die weltweit für eine Zukunft mit sauberer Energie gesetzt werden. Kein Land der Erde bleibt von den Folgen des Klimawandels verschont, kein Land kann dieses Problem allein lösen.

Unsere globalen Anstrengungen zum Aufbau einer nachhaltigen, sauberen Energiewirtschaft werden Menschen aus der Armut befreien, Energiedienstleistungen auf der ganzen Welt ermöglichen und unsere wertvollsten Naturschätze erhalten. So wie das Kopenhagener Abkommen sollte der Klimagipfel in Cancún ein wichtiger Schritt in unserem kollektiven Engagement sein, diese Entwicklung voranzutreiben, um so einen saubereren, gesunderen Planeten für uns alle zu schaffen.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

Zur Person

William C. Eacho (*1955) studierte Betriebswirtschaft an der Harvard Business School sowie Recht und Wirtschaft an der Duke University (Durham, North Carolina). Er war erfolgreicher Manager und Unternehmer, ehe ihn Präsident Barack Obama 2009 als Botschafter der Vereinigten Staaten nach Österreich schickte. [US-Botschaft]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.11.2010)