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Wien

Wenn im Prater das Licht ausgeht

20.000 Fans warteten im Dunkeln auf den Beginn des Länderspiels.(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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Ein Stromausfall sorgte für einen späten Anpfiff des Länderspiels. Im Prater mussten Gäste aus Fahrgeschäften geborgen werden.

Ein Stromausfall hat Montagabend den Zweiten Wiener Gemeindebezirk und damit sowohl Wurstelprater als auch Ernst-Happel-Stadion betroffen. Wie die Wiener Netze mitteilten, konnte zumindest an diesen beiden Orten nach einer Stunde die Stromversorgung wieder hergestellt werden. Allerdings brauchte die Flutlichtanlage im Stadion eine Zeit, um wieder hoch zu fahren, womit sich das Spiel in der Fußball-Nations League zwischen Österreich und Dänemark zusätzlich verzögerte.

Eigentlich hätte Österreichs Nations-League-Partie gegen Dänemark um 20.45 Uhr angepfiffen werden sollen. Sie begann letztlich mit 90 Minuten Verspätung. Schon während beide Mannschaften zum Aufwärmen auf dem Rasen waren, fiel die Videowall aus. Nicht die Fußballstars rund um David Alaba, sondern Stadionsprecher Andy Marek sollte nun zum Hauptdarsteller werden. Er musste 18.700 wartende Zuschauer bei Laune und auf dem Laufenden halten.

Insgesamt waren von dem Stromausfall 1500 Haushalte betroffen. Im Schnitt braucht es durch die so genannte doppelte Versorgung in Wien nur rund 1,5 Stunden, um solche Ausfälle wieder in Griff zu bekommen. Der Blackout begann kurz nach 20 Uhr. Heikel war die Situation dadurch, dass im Prater auch Fahrgeschäfte betroffen waren. Doch dürften die Betroffenen relativ rasch wieder etwa über Notstromaggregate zu Tale gebracht worden sein. Ein Foto auf Twitter zeigte Betroffene, die zu Fuß den „Abstieg“ aus einer Achterbahn antraten. Die Wiener Berufsfeuerwehr wurde jedenfalls zu keinem Einsatz in den Wurstelprater gerufen, wie ein Sprecher auf Anfrage der APA mitteilte. Lediglich im Stadion seien Personen aus einem Aufzug befreit worden.

Falco und Handy-Scheinwerfer

Dort sickerten Informationen nur vereinzelt durch, meist verwies man auf die Wiener Netze und das diese „auf Hochtouren“ an der Lösung des Problems arbeiten würden. Erstaunlich: Kein einziges Mal gab es eine Durchsage auf Englisch, immerhin waren auch über 1000 dänische Anhänger zugegen. Um 20.57 Uhr, also 13 Minuten nach dem geplanten Anpfiff, ging dem Happel-Stadion wieder ein Licht an. Der Jubel währte nicht lange, er wurde keine drei Minuten später von Pfiffen abgelöst. Die Scheinwerfer, sie wurden wieder dunkel, so wie langsam aber sicher die ganze Arena. Menschen mit Humor holten ihre Handys aus den Hosentaschen und schalteten die Schweinwerfer-Funktion ein. Das später von Marek akkordierte Lichtermeer sah zwar schön aus, aber es nutzte nichts. Genauso wenig wie Falcos „Out of the dark“.

Als nicht wenige schon mit einer Verschiebung auf Dienstag rechneten, erstrahlte das Stadion kurz nach 21.30 Uhr dann doch noch. Die Mannschaften (in den Kabinen gab es auf Nachfrage bei der ÖFB-Pressestelle stets Licht) kamen ein zweites Mal fürs Aufwärmen auf den Rasen, um 22.15 Uhr wurde das Spiel vom schottischen Schiedsrichter Collum tatsächlich angepfiffen. So spät wie noch kein Heimspiel in der 118-jährigen Verbandsgeschichte. (cg, APA)