Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Literatur

Gerald Murnane: Die Prärie in unseren Köpfen

Gerald Murnane
Gerald Murnane
  • Drucken

Ein Spiel mit Wirklichkeit, Imagination und Traum, bei dem die Alltagswahrnehmung ausgehebelt wird: Gerald Murnanes „Inland“.

Ich begriff, dass keine Sache auf der Welt eine einzige Sache ist; dass jede Sache auf der Welt zumindest zwei Sachen ist und wahrscheinlich viel mehr als zwei Sachen.“ Diese grundsätzliche philosophische Überlegung ist eine Prämisse in Gerald Murnanes „Inland“, einem Text, der ebenso mit Wirklichkeit, Traum und Wahrnehmung spielt, wie er die Möglichkeiten des Erzählens auslotet.

Der australische Autor, Jahrgang 1939, war im deutschsprachigen Raum so gut wie unbekannt, ehe der Suhrkamp Verlag seine Werke vor wenigen Jahren zu übersetzen begann. „Inland“, das vierte nun vorliegende Buch, ist erstmals 1988 in Australien erschienen, und es gilt Murnane-Anhängern, darunter etwa der Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee, als Schlüsselwerk.

Zu Beginn befindet sich der Ich-Erzähler in einem Herrenhaus, umgeben von der Landschaft der Großen Ungarischen Tiefebene. Die Bibliothek verlässt er kaum. Die einzige Ansprechperson scheint seine Lektorin Anne Kristaly Gunnarsen zu sein, die sich wiederum im fernen South Dakota befindet und dort im Calvin O. Dahlberg Institute of Prairie Studies arbeitet, ebenso wie ihr schwedischstämmiger Ehemann. Gegen den hegt der Ich-Erzähler bald den Verdacht, dass er die Korrespondenz abfängt und manipuliert und betrachtet ihn fortan als Feind. Im weiteren Verlauf stellt man fest, dass der Ich-Erzähler, einmal bezeichnet er sich als Kartograf, eigentlich in Australien lebt und das meiste Geschehen imaginiert.