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Ausstellung

Im Judentum soll der Sex Spaß machen

Die Amerikanerin Abby Stein ist die erste bekennende Transfrau, die in einer chassidischen Gemeinschaft aufgewachsen ist. Fotografiert von Benyamin Reich, der als Schwuler unter Ultraorthodoxen bei Jerusalem aufwuchs und sich in die Kunst flüchtete.Benyamin Reich
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„Love me Kosher“ im Jüdischen Museum feiert die sexuelle Offenheit der Religion, zeigt aber auch deren Grenzen auf. Dazu Arik Brauer, André Heller, viel rabbinische Weisheit und ein wenig jüdischer Witz.

Am Anfang war das Wort, und das Wort war Sex: Also sprach Ruth Westheimer, in den USA als „Dr. Ruth“ geläufig. Es ist mehr als der flotte Spruch einer aus Funk und Fernsehen bekannten Sexualtherapeutin. Denn wer die Genesis der Reihe nach liest, dem muss auffallen: „Seid fruchtbar und mehret euch“ trug Gott seinen Geschöpfen Adam und Eva gleich am Anfang auf, im Paradies, noch vor dem Sündenfall, der also zumindest mit ehelichem Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau nichts zu tun haben kann.

Der Garten Eden war damit der Ort einer „Himmlischen Lust“, wie Westheimer ihr Buch über Sex im Judentum nannte. Als Danielle Spera, die scheidende Direktorin des Jüdischen Museums in Wien, in ihrer Studienzeit durch Amerika reiste, lauschte sie im Radio den offenherzigen Ratschlägen der Holocaust-Überlebenden – und war beeindruckt. Sexualität als beglückender Teil des Lebens, im Lichte einer Weltreligion, die sie positiver besetzt als die anderen: Darüber eine Ausstellung zu gestalten war schon länger Speras Wunsch. Zum unfreiwilligen Abschied hat sie ihn sich erfüllt.