Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Wasserknappheit

Dürre in Italien: Friseure sollen Kunden nur einmal den Kopf spülen

Italien erlebt zurzeit die schlimmste Dürre seit 70 Jahren.REUTERS
  • Drucken

Die Gemeinde Castenaso, nahe Bologna, will mit dieser Maßnahme die Wasserknappheit bekämpfen. Die Niederschläge sind in Italien in diesem Jahr um 50 Prozent geringer als im Durchschnitt.

Italien kämpft gerade mit der schlimmsten Dürre seit 70 Jahren. Einzelne Regionen und Städte sind deshalb dazu gezwungen, Maßnahmen zu verhängen, um die Wasserknappheit zu bekämpfen und den Wasserverbrauch einzuschränken. So dürfen Friseure und Barbiere in Castenaso, einer Gemeinde am Stadtrand von Bologna, demselben Kunden nicht zweimal den Kopf spülen. Das steht in einer Verordnung, die der Bürgermeister der Gemeinde, Carlo Gubellini, zum Wassersparen beschlossen hat.

Ein offener Wasserhahn liefere demnach durchschnittlich 13 Liter pro Minute. Wenn man berücksichtigt, dass es in Castenaso, einer 16.000 Seelen-Gemeinde, zehn Friseure gibt, könne man mit dem Verzicht auf die zweite Spülung tausende Liter Wasser pro Tag sparen, erklärte der Bürgermeister. "Niemand hat protestiert, die Bürger haben die Gründe hinter der Verordnung verstanden", sagte Gubellini.

Ausnahmezustand ausrufen

Italien will wegen der anhaltenden Dürre den Ausnahmezustand ausrufen. So könnte im Rahmen der Maßnahmen zur Eingrenzung der negativen Auswirkungen der Trockenheit das Wasser auch tagsüber rationiert werden, erklärte Zivilschutzchef Fabrizio Curcio.

In diesem Jahr seien die Niederschläge um 50 Prozent geringer gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen Jahre gewesen. Bei den Schneefällen betrage der Rückgang sogar 70 Prozent. Der Fluss Po, der längste Strom Italiens, hat einen historisch tiefen Wasserstand erreicht. Die Folgen der Wasserknappheit seien gravierend für die Landwirtschaft, für die Fischerei und für die Stromproduktion, erklärte Curcio.

Auch Brände belasten das Land. Seit dem 15. Juni seien über 200 Feuer gemeldet worden, im Vergleichszeitraum 2021 waren es 80 und im Jahr 2020 nur 30.

 

(APA)