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MotoGP

Und wieder feiert Ducati in Spielberg

Blieb in der Steiermark auf Siegkurs: Francesco Bagnaia feierte seinen dritten Sieg in Folge, den fünften in den jüngsten acht Moto-GP-Rennen.
Blieb in der Steiermark auf Siegkurs: Francesco Bagnaia feierte seinen dritten Sieg in Folge, den fünften in den jüngsten acht Moto-GP-Rennen.AFP
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Der Italiener Francesco Bagnaia triumphierte auf dem Red-Bull-Ring vor WM-Leader Fabio Quartararo. Fast 170.000 Fans kamen zur dreitägigen Zweirad-Show.

Spielberg/Wien. Am Sonntag lockte die Motorrad-WM 92.035 Fans nach Spielberg, darunter Formel-1-Superstar Fernando Alonso. Sie sahen in der MotoGP den sechsten Ducati-Sieg in den jüngsten acht Rennen auf dem Red-Bull-Ring. Francesco Bagnaia setzte sich am Sonntag auf trockener Strecke vor WM-Leader Fabio Quartararo (Yamaha) und dem Markenkollegen Jack Miller aus Australien durch.

„Das war ein langes Rennen. Ich hatte Sorgen wegen der Reifenwahl und habe deshalb vor allem versucht, ruhig zu bleiben, als ich mal vorn war“, erklärte der Italiener. „In der ersten Jahreshälfte habe ich zu viele Fehler gemacht. Jetzt war es an der Zeit, cleverer zu sein.“ Bagnaia hat fünf der jüngsten acht Rennen gewonnen und ist in der WM-Wertung Dritter.

Nach vielen dramatischen Unfällen in der Vergangenheit ging das Rennen auch dank der neuen Sicherheitsschikane in Form der neuen Links-rechts-links-Kurve zwei (2A/2B) problemloses über die Bühne. Für die im Qualifying so überlegene Ducati-Armada verlief das Spektakel trotz des Bagnaia-Sieges nicht ganz nach Wunsch. Nach den Problemen von Pole-Setter Enea Bastianini dominierte Bagnaia das Rennen zwar rasch vor Miller und Martin. Den beinharten Podium-Fight der beiden Letzteren nutzte aber der hinter vier Ducatis gestartete Quartararo gekonnt, um letztlich noch auf Platz zwei vorzustoßen.

Mit einer kämpferischen Leistung baute der Franzose seine WM-Führung aus. „Ich bringe mich selbst ans Limit, wäre einige Male fast gestürzt“, sagte der 23-Jährige und meinte: „Wer weiß. Wenn das Rennen noch ein bisschen länger gegangen wäre, hätte es vielleicht sogar für den Kampf nach ganz vorn gereicht.“

Aufholbedarf bei KTM

Bester KTM-Pilot war Brad Binder als Siebenter. Beim Heimauftritt war die aktuelle Schwäche im Qualifying offensichtlich. Sportdirektor Pit Beirer lobte den südafrikanischen Piloten aber ausdrücklich. „Brad ist ein großer Kämpfer vor dem Herren. Der gibt nicht auf und holt am Ende im Rennen doch wieder ein vernünftiges Ergebnis raus.“ Man müsse sich über die eine Runde rasch verbessern. Am meisten im Bereich Aerodynamik, so Beirer.

In Spielberg gab der österreichische Hersteller auch bekannt, dass der Spanier Pol Espargaro ab 2023 für das zweite Werksteam fahren wird. Dieses wird außerdem künftig nicht mehr „Tech3“, sondern „Gas-Gas Factory Racing Team“ heißen, aber weiter von Herve Poncharal betrieben. Der zweite Gas-Gas-Fahrer ist nach wie vor unbekannt, Beier betonte bei der Präsentation, dass die Tür für den von Jack Miller abgelösten Miguel Oliveira nach wie vor offen stehe. Binder und Miller sind bei „Factory Racing“ für das kommende WM-Jahr gesetzt.

In den kleineren Klassen war gleich zwei Mal die japanische Hymne zu hören. Ai Ogura (Kalex) übernahm mit seinem Sieg vor dem Thailänder Somkiat Chantra (Kalex) in einem sturzreichen Moto-2-Rennen um einen Punkt die WM-Führung. KTM-Jungstar Pedro Acosta (ESP) wurde Vierter, obwohl er sich kürzlich einen Oberschenkel gebrochen hatte. In der Moto3 setzte sich Ayumu Sasaki (Husqvarna) trotz doppelter Long-Lap-Strafe vor Tatsuki Suzuki (Honda) durch. In der WM führt weiter der Spanier Sergio Garcia (Gas-Gas).

Nachwuchspilot verletzt

In der Auslaufrunde des Rookies Cup stießen der Ungar Sorra Görbe und der Franzose Amaury Mizera zusammen und stürzten. Zweiterer wurde nach der Erstversorgung an der Strecke mit dem Hubschrauber nach Graz geflogen. Der Zustand des 15-Jährigen ist laut Sky Sport „kritisch“.

Die mit 250er-KTM-Motorrädern bestrittene Serie für die 13- bis 17-Jährigen ist in ihrem 16. Jahr und wird vom heimischen Ex-Rennfahrer August Auinger betreut. Fünf der vergangenen sechs Moto-3-Weltmeister waren ehemalige Rookies-Cup-Fahrer. Mit Jakob Rosenthaler, 16, tritt heuer auch ein Österreicher an, der Linzer wurde Zehnter. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2022)