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iPhone-14-Line-up

Vieles bleibt bei Apple beim Alten

Die Notch bekommt jetzt eine sinnvolle Aufgabe mit animierten Benach- richtigungen.
Die Notch bekommt jetzt eine sinnvolle Aufgabe mit animierten Benach- richtigungen.Reuters
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Im besten Fall kann man beim neuen iPhone-14-Line-up von graduellen Veränderungen sprechen. Nur preislich hat Apple noch einmal richtig angezogen.

Am Mittwoch war es wieder so weit: Nach dreijähriger Pause kehrte Apple zurück ins Steve Jobs Theatre in Cupertino, um seine neuesten Geräte zu präsentieren. Wie im Vorfeld erwartet, wurde das iPhone 14 aufgehübscht und die Mini-Variante durch eine größere, mit dem Zusatz „Plus“ ersetzt. Die Pro-Modelle wurden aufgefrischt, aber nicht aufgehübscht. Auch die achte Generation der Apple Watch bekommt ein Update und Zuwachs mit einer Version, die sich speziell an ultrasportliche Menschen richtet oder zumindest den Anschein geben möchte. Die AirPods Pro, Apples kabellose Kopfhörer, sind jetzt noch besser und können nun künftig über die Ladestation der Apple Watch geladen werden. Ein schwacher Versuch, das Kabelgewirr im Apple-Universum zu reduzieren. Und während in den USA und China die Preise nahezu gleich bleiben, schlägt Apple in Großbritannien, Australien, Japan, Irland und Deutschland wie Österreich ordentlich drauf. Zwischen 150 und 260 Euro mehr kosten die Pro-Versionen im Vergleich zum Vorjahr.

Eine dynamische Insel für's iPhone. Apple ist seit jeher eine Luxusmarke, immer teurer als die Konkurrenz. Mit dem iPhone 14 Pro zementiert Apple seine Position. Die Pro-Geräte mit einer besseren Kamera und den größten Anpassungen wie der „Dynamic Island“ kosten – je nach Speichergröße – zwischen 1300 und 2000 Euro. Die Standardversion, das iPhone 14 ist nahezu ident mit seinem Vorgänger. Das Plus-Modell ist lediglich ein bisschen größer und bietet statt einer 6,1- eine 6,7-Zoll-Bildschirmdiagonale. Das Mini-Modell wurde nicht erneuert, ist aber weiterhin erhältlich.

Apple ist bekannt dafür, selbst den kleinsten Veränderungen tragende, vermeintlich bedeutungsvolle Namen zu geben. Darunter fällt auch die dynamische Insel, die weitläufig auch als Notch oder schwarze Aussparung am oberen Displayrand bekannt ist. Diese beherbergt Sensoren und die Frontkamera. Ganz wegzubekommen ist sie nicht, also wurde die „Dynamic Island“ zum animierten Benachrichtigungscenter. Sie scheint auf, wenn Kopfhörer gekoppelt werden, das Handy geladen wird, jemand anruft oder das bestellte Taxi gleich da ist. Und es ist die größte sichtbare Veränderung, die das iPhone 14 Pro mit sich bringt. Äußerlich lässt es sich kaum vom Vorjahresmodell auseinanderhalten.

Natürlich, die Kamera wurde aufgefrischt, verspricht jetzt noch bessere Bilder und bessere Performance in schlechten Lichtbedingungen, und im Gegensatz zum Standardmodell, dem iPhone 14, wurde der Pro-Variante auch ein neuer Prozessor spendiert. Der ist aber auch notwendig, um die Akkukapazität auf dem gleichen Niveau zu halten, denn das integrierte „Always On Display“ braucht ordentlich Energie.

Was ist wirklich neu? Eine der bemerkenswertesten neuen Funktionen des iPhone 14 ist die Möglichkeit, per Satellit einen Notruf abzusetzen, selbst wenn sich das iPhone nicht über das Mobilfunknetz oder WLAN verbinden kann. Doch dies ist derzeit nur in den USA und Kanada möglich.

Die Unfallerkennung hingegen wird allen Modellen weltweit spendiert. So erkennt das iPhone mithilfe des Dual-Core-Beschleunigungssensors in Kombination mit den Mikrofonen und dem Gyroskop Autounfälle und alarmiert automatisch den Notruf.

Alles in allem fallen die Argumente für ein Upgrade eher schwach aus. Vor allem für jene, die bereits ein iPhone 12 oder 13 besitzen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2022)