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Ausstellung

Unteres Belvedere: Die Bäume können nichts dafür

Nilbar Güreş, in der Türkei geboren, hat in Wien studiert. Sie kümmert sich oft humorvoll um klischeehafte Frauenbilder. Hier: „Headstanding Totem“, 2014.Güreş/Belvedere
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Die zumindest exzentrisch zusammengestellte Ausstellung „Grow. Der Baum in der Kunst“ lässt einen irritiert zurück. In diesem Wald hat man sich verlaufen.

Was folgt als Nächstes? Kinder? Blumen? Frauen? Nach dem Tier in der Kunst im Mumok eröffnet diese Woche das Untere Belvedere ebenfalls eine (erweiterte) Sammlungsausstellung. Ihr Thema? Der „Baum in der Kunst“.

Da gäbe es per se nichts zu belächeln, sind doch beides ewige Themen der Kunst. Um sie derart pur zu heben, sollte man als Bundesmuseum allerdings ein zwingenderes Konzept vorweisen können als „Bäume gehören zu unserem Leben“, wie es im Belvedere zu Beginn heißt. Die Auswahl der rund 100 folgenden Werke (im Mumok mussten es 400 sein!) ist gelinde gesagt exzentrisch, ja fragwürdig. Eine Baum-Ausstellung in Österreich ohne Hundertwasser, den Pionier ökologisch engagierter Kunst. Ohne Beuys, von dem eine Kasseler Eiche vor dem MAK steht. Ohne Max Peintner, der mit seiner Zeichnung „Anziehungskraft der Natur“ im Klagenfurter Stadion 2020 immerhin die größte Baum-Schau der Welt ausgelöst hat. Das ist fast fahrlässig.