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Volkstheater

Drei Fäuste, vier Gretchen und kein Halleluja

"Weh! Steck ich in dem Kerker noch?" Andreas Beck als alter Faust.Volkstheater/Nikolaus Ostermann
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Kay Voges, Direktor des Volkstheaters, entkleidet den „Faust“ der Transzendenz und betont die Rolle des weltlichen Lichts, verkörpert durch Fotografie. Ein interessanter Ansatz. Die Umsetzung scheitert weitgehend an der Flut postdramatischer Mätzchen.

„Mehr Licht!“, das ist Fausts letztes Wort, doch dann tragen ihn nicht die Englein fort und auch das ewig Weibliche zieht ihn nicht hinan, sondern das Stück ist aus, Applaus.

Jedenfalls in der Inszenierung von Kay Voges, der Goethes „Faust“ radikal der Transzendenz entkleidet. Zwar darf im Prolog noch Gott auftreten – und beim Satz „Es irrt der Mensch, solang er strebt“ herzhaft lachen –, aber schon der österliche Engelschor, der Faust von der tödlichen Phiole abhält, wird durch einen – sehr schönen – Song der Band Talk Talk ersetzt. Und das Ende des Dramas – vor dem erwähnten Schlussgag – ist und bleibt der „höchste Augenblick“, genossen im Jetzt.