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Nordkorea

"Brutale Diktatur" startete ballistische Rakete

Kamala Harris besuchte die Demilitarisierte Zone.
Kamala Harris besuchte die Demilitarisierte Zone.(c) APA/AFP/POOL/LEAH MILLIS (LEAH MILLIS)
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US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat bei ihrem Besuch im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea scharfe Kritik an Pjöngjang geübt. Nach ihrer Abreise testete Nordkorea erneut eine ballistische Rakete.

 

Nur wenige Stunden nach der Abreise der US-Vizepräsidentin Kamala Harris aus Südkorea hat Nordkorea erneut einen Test mit einer ballistischen Rakete unternommen. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs vom Donnerstag flog die Rakete in Richtung des Japanischen Meeres (koreanisch: Ostmeer), wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Es war schon der dritte Raketenabschuss diese Woche.

UNO-Resolutionen verbieten Nordkorea die Erprobung jeglicher Art von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen oder mehrere Atomsprengköpfe tragen können. Es handelt sich in der Regel um Boden-Boden-Raketen.

Harris hatte bei einem Besuch des stark gesicherten Grenzgebiets zwischen Süd- und Nordkorea ungewöhnlich scharfe Kritik an der Führung in Pjöngjang geübt. Die sogenannte Demilitarisierte Zone, die die koreanische Halbinsel seit gut sieben Jahrzehnten teilt, sei eine deutliche Erinnerung daran, welch "dramatisch unterschiedliche Wege" die beiden Seiten eingeschlagen hätten, sagte die Stellvertreterin von US-Präsident Joe Biden.

"Im Norden sehen wir eine brutale Diktatur, grassierende Menschenrechtsverletzungen und ein rechtswidriges Waffenprogramm, das Frieden und Stabilität bedroht", sagte Harris am Donnerstag. Zuvor hatte sie bereits bei einem Treffen mit Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeol in Seoul die "provokative Atomrhetorik" und die Raketentests Nordkoreas verurteilt, wie das Weiße Haus mitteilte. Harris versicherte Yoon die Unterstützung ihres Landes, einschließlich "der gesamten Bandbreite der US-Verteidigungsfähigkeiten".

Neuer Atomtest in Vorbereitung?

In Südkorea geht man davon aus, dass die Führung in Pjöngjang einen neuen Atomtest vorbereitet - den ersten seit 2017 und den siebenten insgesamt seit 2006. Wegen der Tests wurden in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Sanktionen gegen Nordkorea verhängt, weshalb das Land international nahezu vollständig isoliert ist. Machthaber Kim Jong-un lässt sich jedoch nicht von seinem Kurs abbringen, da er Nordkorea von den USA bedroht sieht. Erst kürzlich verabschiedete Nordkorea ein neues Atomwaffengesetz, das das Recht auf einen nuklearen Erstschlag zur Selbstverteidigung vorsieht. Auch der Status als Atommacht wurde darin "unumkehrbar" verankert.

Die USA sind die Schutzmacht Südkoreas. Untermauert werden soll dies unter anderem am Freitag mit einem gemeinsamen Manöver mit der südkoreanischen und japanischen Marine, an dem mehrere US-Kriegsschiffe teilnehmen.