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Glosse

Es lebe der Radetzky-Marsch!

Der Boulevard ist empört, weil ORF-Journalist Martin Thür die Frage gewagt hat, ob der Radetzky-Marsch in Zeiten des Ukraine-Krieges überhaupt noch beim Neujahrskonzert gespielt werden soll? Tatsächlich passt kaum ein Musikstück so gut zu diesem Land.

Jetzt will man uns also den Radetzky-Marsch auch noch verbieten! Der Boulevard ist empört, weil ORF-Journalist Martin Thür die Frage gewagt hat, ob der Radetzky-Marsch in Zeiten des Ukraine-Krieges überhaupt noch beim Neujahrskonzert gespielt werden soll?

Tatsächlich passt kaum ein Musikstück so gut zu diesem Land. Und dieser Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz erst! Ein begnadeter Soldat und Heerführer, Feldmarschall eben, aber im echten Leben ein ziemlicher Versager. Mehr Schein als Sein quasi. Seine Spielsucht führte sogar dazu, dass er am Ende seine eigene Leiche verspielte. An den Schuhfabrikanten und Heereslieferanten Joseph Gottfried Pargfrieder. Statt in der Kapuzinergruft, wie es Kaiser Franz Joseph eigentlich vorhatte, fand der Feldmarschall im niederösterreichischen Kleinwetzdorf seine letzte Ruhe, auf dem Heldenberg, dem Weinviertler Walhalla.

Und mit dem Radetzy-Marsch ist es auch so eine Sache. Johann Strauss Vater komponierte ihn (sicherheitshalber) nach dem Scheitern der Märzrevolution 1848 als Zeichen seiner Kaisertreue. Dieser Marsch passt perfekt zu Österreich. Und jetzt bitte alle im Takt klatschen!

E-Mails an: gerhard.hofer@diepresse.com